Dioxin-Skandal

Kommentar: Lösung nur gemeinsam

Da war Ilse Aigner denkbar schlecht beraten: Im Scheinwerferlicht einer maximal verunsicherten Öffentlichkeit bei der Futterindustrie Vorschläge gegen künftige Giftmischer-Skandale zu erbitten und dann mit dem eigenen Aktionsplan auch noch der Opposition hinterherzuhinken, zeugt nicht von zielstrebiger Tatkraft. Von Wolfgang Riek

Die jüngste Dioxinpanscherei war so sicher wie das Amen in der Kirche - offen war nur das Aufdeckungsdatum. Aigners Apparat hätte die Chefin längst vorbereiten können. Besser im eigenständigen Ministerium? Noch ist die Union in Verbänden der Bauern und der nachgelagerten Ernährungsindustrie so stark vertreten, dass dies Probleme mit widerstreitenden Interessen aus Aigners Haus nur auf den Marktplatz des schwarz-gelben Kabinetts werfen würde.

Viel wichtiger gegen Giftmischer-Skandale als Ressortgeschäftsverteilung wären zentrale Zugriffsmöglichkeiten und einheitliche Kontrollstandards, also die Verlagerung von Kompetenzen der Länder auf den Bund. Die Verbraucher sind das Herumgepansche an ihrem Essen satt. Aus vielen Plänen endlich echte Abhilfe zu schmieden, das ist die überfällige Aufgabe. Bund und Länder schaffen sie nur gemeinsam.

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