Merkel beharrt auf Rente mit 67 und kritisiert die SPD

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Kritisiert die SPD und hält an der Rente mit 67 fest. Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Berlin - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt ein Abgehen von der Rente mit 67 ab. Der SPD wirft die Kanzlerin vor, sie täusche mit ihren Ideen die Menschen.

“Die SPD entfernt sich von der Wirklichkeit und das ist nie ein guter Ratgeber“, sagte sie in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Mediengruppe Madsack zur Forderung der Sozialdemokraten, den Einstieg in die Rente mit 67 zu verschieben. “Es ist sehr bedauerlich, (...) dass die SPD hier versucht, den Menschen ein X für ein U vorzumachen. Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen.“

Deutschland müsse darauf achten, dass junge Menschen nicht das Land verließen, sondern weiter solidarisch mit den Älteren seien. “Und das heißt, dass die Rente mit 67, die ja im Übrigen erst 2029 eine Rente mit 67 ist, jetzt schrittweise eingeführt wird.“ Es gebe keine Möglichkeit, den demografischen Wandel zu ignorieren.

Die SPD-Spitze hatte beschlossen, mit dem schrittweisen Einstieg in die von der großen Koalition beschlossene Verlängerung der Lebensarbeitszeit erst später zu beginnen. Zunächst müssten mindestens 50 Prozent der 60 bis 64 Jahre alten Arbeitnehmer in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sein. Als Datum wird von der SPD dafür frühestens 2015 angepeilt - und nicht wie bisher 2012.

Die Metall-Arbeitgeber warfen der SPD deshalb einen “gefährlichen Zick-Zack-Kurs“ vorn. “Es ist fahrlässig und populistisch, an der Grundsatzentscheidung für eine längere Lebensarbeitszeit zu rütteln“, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser der “Passauer Neuen Presse“. “Was bei Verabschiedung der Rente mit 67 richtig war, ist auch heute noch richtig.“

Die IG-Metall lehnt nach den Worten von Vorstandsmitglied Helga Schwitzer die Rente mit 67 weiter ab. “Herr Kannegiesser irrt, wenn er behauptet, die Beschäftigungschancen älterer Arbeitnehmer würden sich stark verbessern.“ In der Metallbrache seien gerade einmal vier Prozent der Arbeitnehmer älter als 60. Dieser Anteil habe sich in den letzten zehn Jahren nur minimal verbessert, erklärte Schwitzer.

dpa

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