Schäubles Zukunft

Kommentar: Merkels bester Mann

Zwanzig Jahre ist es nächsten Dienstag her, dass ein Geistesgestörter auf Wolfgang Schäuble schoss und ihn zum Rollstuhlfahrer machte. Von Wolfgang Blieffert

20 Jahre, in denen Schäuble mit bewundernswerter Disziplin dem Beruf des Politikers nachging, als treuer Fraktionschef Helmut Kohls, als glückloser Parteivorsitzender und zuletzt als unentbehrlicher Innen- und Finanzminister von Kanzlerin Angela Merkel. 

Geht dieser Weg jetzt zu Ende?

Das gestrige Dementi gilt für den gestrigen Tag, nicht länger. Keiner weiß das besser als Schäuble selbst, der mit Spekulationen über seinen Gesundheitszustand stets gelassen umgegangen ist. Und der nach der Operation vor einem halben Jahr einen Reporter am Krankenbett empfing, seitlich liegend, mit Schlafanzug bekleidet. Gegen Empfindsamkeiten werde man unsensibel, so Schäuble damals.

Deshalb weiß er auch, dass nun wieder über einen möglichen Nachfolger spekuliert wird. Schließlich ist Wolfgang Schäuble - allseits unbestritten - Merkels bester Mann, loyal, hart, zuverlässig. Er hat sich entschlossen, den Heilungsprozess in Ruhe abzuwarten.

Uns bleibt, ihm dabei gute Besserung zu wünschen.

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