Kommentar: Mutige Generation

Zwischen Komasaufen und Turbo-Abi? Es ist bedenkenswert, wenn der Vorsitzende vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Dirk Tänzler, feststellt, dass die Heranwachsenden in unserem Land oft nur in diesen Extremen wahrgenommen werden.

Deswegen ist es richtig, wenn bei der Vorstellung der Studie mit dem Titel „Wie ticken Jugendliche 2012?“ zu einer differenzierten Sicht auf die Mädchen und Jungen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren aufgerufen wird. Sie bewegen sich in teils völlig verschiedenen Lebenswelten. Zudem bestätigt die Untersuchung den Eindruck, den viele Eltern haben: Hart arbeiten und auch deftig feiern, Job und zugleich Familie - alles ist möglich.

Dabei gibt es zwei Ergebnisse der Forscher, die aufhorchen lassen: So droht jeder fünfte Jugendliche gesellschaftlich abgehängt zu werden, da die Klassenunterschiede offenbar größer werden. Sogar von einem „Tendenz zur Entsolidarisierung“ ist die Rede. Zudem spüren viele Mädchen und Jungen den wachsenden Druck: Nicht lange rumtrödeln, stets flexibel sein, den richtigen Zeitpunkt für die spätere Familienplanung erwischen - so das verbreitete Motto.

Trotz dieser deutlichen Warnsignale sollte man vor allem das Positive sehen. Ein Großteil der jungen Menschen geht pragmatisch ans Leben heran. Es ist eine Generation, die etwas bewegen will. Viele Jugendliche suchen eine Lösung für die enormen Probleme an den Schulen, sie lassen sich dabei nicht unterkriegen und verlassen sich auf Werte wie Familie und Freundschaft. Trotz unsicherer Zukunftsperspektiven sind die meisten sehr optimistisch, die anstehenden Herausforderungen der Gesellschaft zu bewältigen. Das macht Mut.

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