„Neue Ausweise nicht sicher“

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Experten-Kritik an Lesegeräten für die Nutzung am heimischen Computer

Köln/Berlin ‐ Setzt die Bundesregierung mit den neuen Personalausweisen 24 Millionen Euro in den Sand? Das zumindest behaupten das ARD-Magazin „Plusminus“ und der Chaos Computer Club nach einem Test der Basis-Lesegeräte, mit denen die Bundesbürger ihre neuen Ausweise am heimischen Computer nutzen können. Von Ralf Enders

Wie „Plusminus“ gestern berichtete, gibt es „gravierende Mängel“ bei der Sicherheit, weil die Geräte keine Tastatur haben. Die Nutzer müssen also die Daten auf ihrem Rechner eingeben, und so sei es Hackern leicht möglich, sensible Daten einschließlich der geheimen PIN-Nummer abzufangen.

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Die Lesegeräte sind nötig, um den Ausweis samt Datenchip am Computer zu nutzen, etwa um digitale Dokumente rechtsverbindlich zu unterschreiben. Zum Start sponsert das Bundesinnenministerium für 24 Millionen Euro mehr als eine Million Lesegeräte, die über Computer-Zeitschriften oder Banken kostenlos als „Starter Kits“ verteilt werden. Das Geld komme aus dem Konjunkturpaket II.

Höherwertigere Geräte als die von der Regierung haben eine eigene Tastatur und sind somit relativ immun gegen „Keylogger“, über die Verbrecher eingetippte Daten mitlesen können. Sie sollen später im Handel in verschiedenen Preis- und Sicherheitsstufen erhältlich sein.

„Plusminus“-Autor: „Steuergeldverschwendung“

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik wies die Kritik zurück. „Plusminus“-Autor Roman Stumpf hingegen sprach von Steuergeldverschwendung. Zudem seien die Verbraucher, die wie beim Betrug während des Online-Bankings die Beweislast hätten, „wieder einmal die Dummen“. Politiker mehrerer Parteien stellten den Starttermin der neuen Ausweise am 1. November in Frage.

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