Hessische Familienkarte

Noch kein Mutmacher

Ministerpräsident Volker Bouffier verkündete sein Eigenlob für die hessische Familienkarte staatsmännisch-nebulös: „Als Landesregierung wollen wir jungen Menschen Mut zur Familie machen.“ Das hört sich gut an, ist aber - beim Blick auf die Angebote der Karte - nur ein frommer Wunsch. Von Peter Schulte-Holtey

Die Frage der Kritiker ist berechtigt: Sind viele „Leistungen“ der Karte nicht lediglich eine weitere Marketingmaßnahme von Firmen zur Kundenbindung, unterstützt und koordiniert durch die hessische Landesregierung? Werden mit der Einführung der Familienkarte und dem ihr zugrunde liegenden Konzept die richtigen Prioritäten gesetzt? Tatsächlich fällt auf, dass Bereiche, die Familien mit mehreren Kindern „auf den Nägeln brennen“, völlig zu kurz kommen. Die Eintrittspreise für Schwimmbäder, die Beiträge für Sportvereine, die Kosten kultureller Angebote, die Preise für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind für viele Mütter und Väter - gemessen am Familieneinkommen - nur mit Schwierigkeiten zu stemmen.

Das Zeugnis: Die Regierung bemüht sich. Spürbare Erleichterungen, auf die Finanzschwächere seit langem warten, werden aber leider nicht erreicht. Bislang ist die Karte, die ja noch ausbaufähig ist, kein Mutmacher.

@peter.schulte-holtey@op-online.de

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