Wende in Sicht

Kommentar zum Thema: Papst über Geschiedene

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Wieder ein Paukenschlag. Papst Franziskus will endlich einen anderen Umgang der katholischen Kirche mit wiederverheirateten Paaren. Lautstark fordert er die Pfarrer in den Gemeinden auf, die Betroffenen nicht wie Exkommunizierte zu behandeln. Erneut überzeugt der Argentinier mit überraschenden Positionierungen. Von Peter Schulte-Holtey

Für Außenstehende ist ja schon seit langem nicht mehr nachvollziehbar, was das Kirchenrecht vorschreibt. Eine Wiederheirat nach einer Scheidung in der katholischen Lehre als Sünde. Menschen, die sich nach einer kirchlichen Trauung scheiden lassen und danach eine neue Ehe beschließen, sind bisher keine gleichberechtigten Mitglieder der Kirche mehr. Sie sind von kirchlichen Ämtern ausgeschlossen, sie dürfen die Sakramente nicht empfangen. So ist die Lehre, wenn sich auch manche Priester schon anders verhalten.

Franziskus will die Wende. Vor allem geht es ihm um ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kirche. Obwohl er die bisherige Lehrmeinung damit nicht unmittelbar antastet, muss sein Einwurf als Signal an die Synode verstanden werden. Dass das Kirchenoberhaupt ausgerechnet die erste Generalaudienz nach der Sommerpause wählte, um sich ausführlicher als bisher mit dem Thema zu befassen, wird kein Zufall sein. Der Papst will die Reform-Geschwindigkeit erhöhen. Gott sei Dank!

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