Atommüll nach Biblis?

Kommentar: Pragmatiker Bouffier

Volker Bouffier gibt sich wieder einmal pragmatisch: In Biblis erlaube die Rechtslage leider keine Zwischenlagerung von Atommüll, sagt der Ministerpräsident. Von Petra Wettlaufer- Pohl

Wegducken beim Thema möchte er sich aber trotzdem nicht: Wenn Gorleben sich als ungeeignet erweise für die Endlagerung, müsse man eben woanders schauen. Und dann dürfe auch nirgends das St.-Florians-Prinzip gelten. Für dieses „Stückchen Verantwortungsbewusstsein“ hat er sogar Lob von Greenpeace bekommen.

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Im Zweifel solidarisch

Schließlich kann niemand ernsthaft begründen, warum allein Niedersachsen mit dem strahlenden Müll vollgepumpt werden soll; zumal die Bundesregierung sich bisher weigert, auch andernorts nach Standorten zu suchen. Hier könnte Bouffier tatsächlich ein Zeichen setzen und den eindimensionalen Blick innerhalb der CDU weiten in Richtung Bayern und Baden-Württemberg. Dort könnte es nicht nur geologische Formationen geben, die als Endlager taugen. Dort wird auch viel mehr Atommüll produziert als in Niedersachsen.

Aber es ist einfacher, Niedersachsen mit sehr allgemeinen Solidaritätsbekundungen zu bedenken als die anderen Süd-Regierungschefs, Stefan Mappus und Horst Seehofer, für eine handfeste Solidaritätsaktion ins Boot zu holen.

In Stuttgart und München könnte Bouffier schon mal beginnen, dicke Bretter zu bohren: Dort haben es die Landesregierungen nämlich in der jüngsten Debatte umgehend abgelehnt, die Zwischenlagerung zusätzlichen wiederaufbereiteten Atommülls aus La Hague und Sellafield auch nur zu prüfen.

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