Syrien

Putin und Franziskus fordern Friedensinitiative

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Papst Franziskus empfing am Montag den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Vatikanstadt -Russlands Präsident Wladimir Putin und Papst Franziskus haben im Vatikan über eine mögliche Friedensinitiative für Syrien gesprochen.

Bei einem Treffen am Montagabend verlangten sie ein Ende der Gewalt und die Aufnahme von Friedensverhandlungen. An diesen seien alle ethnischen und religiösen Gruppen zu beteiligen, so Putin und der Papst laut einer Mitteilung des Vatikan. Nötig sei auch eine Verbesserung der humanitären Lage in Syrien.

Die Unterredung dauerte 35 Minuten. Es war der erste Besuch Putins im Vatikan seit 2007 und die erste Begegnung des 61-jährigen russischen Kremlchefs mit dem 76-jährigen Papst.

Wie der Vatikan bekanntgab, dankte Putin dem Papst für dessen Brief an die Teilnehmer des G20-Gipfels Anfang September in Sankt Petersburg. In dem Schreiben hatte Franziskus eine Friedenslösung für Syrien gefordert und jedes militärische Eingreifen von außen abgelehnt. Der Vatikan beschrieb das Treffen als „herzlich“. Themen waren demnach weiter die Lage der katholischen Kirche in Russland und Probleme von Christen in verschiedenen Weltregionen sowie der Schutz von Menschenwürde, Leben und Familie.

Beide lobten laut dem vatikanischen Presseamt die Beziehungen zwischen Russland und dem Heiligen Stuhl als gut. Das russische Präsidentschaftsbüros teilte mit, Franziskus habe Putin Grüße an den Moskauer Patriarchen Kyrill I. aufgetragen. Das Verhältnis zwischen der russisch-orthodoxen Kirche und dem Heiligen Stuhl gilt als nicht einfach. Ein Papstbesuch in Russland scheiterte bislang am Widerstand des Moskauer Patriarchats.

Als Geschenk überreichte Putin dem Papst eine Kopie der Ikone der Muttergottes von Wladimir. Das Original aus dem 11. oder 12. Jahrhundert, das in Moskau aufbewahrt wird, gilt als ein Nationalheiligtum Russlands. Anwesenden Medienvertretern zufolge bekreuzigte sich Putin, als er die Ikone dem Papst übergab, und küsste das Gemälde nach orthodoxem Brauch. Franziskus revanchierte sich mit einem Mosaik, das die vatikanischen Gärten zeigt.

Anschließend traf die russische Delegation mit dem vatikanischen Staatssekretär Erzbischof Pietro Parolin zusammen. Der Besuch dauerte insgesamt eine Stunde und 20 Minuten.

Putin war mit gut halbstündiger Verspätung am Nachmittag auf dem Flughafen Fiumicino gelandet. Im Vatikan traf er in einer gepanzerten Mercedes-Stretch-Limousine ein. Erzbischof Georg Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses, hieß ihn am Wagen willkommen und geleitete ihn zum Papst. Der Petersplatz war bei der Ankunft Putins abgeriegelt und schwer gesichert.

Begleitet wird Putin von einer umfangreichen Delegation, der Außenminister Sergej Lawrow, Vize-Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch, Verteidigungsminister Sergej Schoigu sowie weitere Politiker und Diplomaten angehören.

Auf dem Programm des Kremlchefs stand am Montagabend noch eine Begegnung mit Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano. Anschließend wollte Putin mit seinem alten Freund und Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi im Palazzo Grazioli im Zentrum von Rom zu Abend essen. Am Dienstag reist Putin nach Triest weiter, wo ein Treffen mit Ministerpräsident Enrico Letta geplant ist.

kna

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