Quelle-Pleite: CSU greift Insolvenzverwalter an

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Erwin Huber kritisiert die Vorgehensweise des Quelle-Insolvenzverwalters.

München - Erwin Huber (CSU) kritisiert die Vorgehensweise des Insolvenzverwalters, Klaus Hubert Görg: „Hier gibt es etwas zu klären!“ stellte der CSU-Wirtschaftsexperte fest.

Die CSU hat nach der gescheiterten Quelle-Rettung den Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg kritisiert. “Hier gibt es etwas zu klären“, sagte der CSU-Wirtschaftsexperte Erwin Huber am Donnerstag im Landtag. Der Insolvenzverwalter hätte zuerst mit der Staatsregierung über Fortführungskonzepte verhandeln sollen, bevor er an die Öffentlichkeit ging. “Er hätte auch intensiver mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten müssen“, sagte Huber. Der frühere Wirtschaftsminister und CSU-Chef gab dem Quelle-Management die Schuld an dem Debakel. Quelle habe den Sprung ins Internet-Zeitalter verpasst. Manche Internet-Händler seien aus dem Nichts zu Milliardenumsätzen gekommen. “Bei Quelle sind Milliardenumsätze zu nichts geworden.“

Die einfachen Mitarbeiter seien loyal zu Quelle gestanden. “Die Manager haben sich oft nach kurzer Zeit wieder aus dem Staub gemacht“. Die SPD gab erneut der CSU/FDP-Koalition Mitschuld an dem Debakel und kritisierte ein “Fiasko der bayerischen Wirtschaftspolitik“.

Das schwarz-gelbe Bündnis habe es über Wochen versäumt, wirksame Initiativen für den Fortbestand des Unternehmens einzuleiten. “Die Staatsregierung hat sich nicht mit Rum bekleckert“, sagte die SPD-Abgeordnete Angelika Weikert. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hätten sich “einen öffentlichen Kampf“ um Staatshilfen für Quelle geliefert. Die Grünen sehen die Verantwortung aber ebenfalls beim Management: “Es ist nicht die Politik, nicht die Staatsregierung, die den Niedergang zu verantworten hat“, sagte der Wirtschaftsexperte Martin Runge. “Quelle war schon notleidend seit vielen Jahren.“ Parteiübergreifend einig sind sich die Landtagsfraktionen, dass die Agentur für Arbeit die Quelle-Mitarbeitern durch Weiterqualifizierung und andere Hilfsmaßnahmen bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen helfen soll.

dpa

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