Reagan: Alzheimer-Erkrankung schon während Präsidentenzeit?

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Ronald Reagan

New York - Der Sohn des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan vermutet, dass sein Vater schon als Präsident an Alzheimer erkrankte.

Das geht aus Äußerungen von Ron Reagan in seinem Buch “My Father at 100“ hervor, aus dem die Zeitung “U.S. News & World Report“ Auszüge zitierte. Ron Reagan schreibt, er sei überzeugt, dass sein Vater das Amt vorzeitig aufgegeben hätte, wenn die Krankheit bei ihm diagnostiziert worden wäre. Das war aber erst 1994 der Fall, fünf Jahre nach Ende seiner Amtszeit.

Oval Office: Hier arbeitet der US-Präsident

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Ron Reagan erinnert sich in dem Buch daran, wie sein Vater sich veränderte und Wörter vergaß. Sein Vater habe selbst möglicherweise schon 1986 vermutet, dass er Alzheimer habe. Damals seien sie über vertraute Canyons nördlich von Los Angeles geflogen, an deren Namen er sich aber nicht mehr erinnern konnte.

Auch andere frühere US-Präsidenten hatten an zum Teil schweren Krankheiten gelitten - Abraham Lincoln etwa an Depressionen und John F. Kennedy an der Nierenkrankheit Morbus Addison. Wie der Sohn der 40. Präsidenten der USA schreibt, gibt es jedoch keine handfesten Belege dafür, dass Ronald Reagan, oder irgendjemand in seinem Umfeld, schon während seinen beiden Amtszeiten von einer Erkrankung an Alzheimer etwas wusste.

Ohnehin dürften solche Faktoren nicht überbewertet werden, meint der Autor. Entscheidend sei schließlich, was die Männer als Präsidenten zustande gebracht hätten und nicht, welche Angelegenheiten im Hintergrund eine Rolle spielten. “Es sollte uns aber in Erinnerung rufen, dass wir, wenn wir einen Präsidenten wählen, immer auch einen Menschen wählen, mit all seinen Schwächen und Marotten, physisch wie psychisch.“

Ronald Reagan starb 2004 im Alter von 93 Jahren, er war von 1981 bis 1989 Präsident der USA.

dapd

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