Was für eine Kondition

Er redet fünf Stunden - und alle müssen zuhören

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Ausdauernd: Kambodschas Ministerpräsident Hun Sen

Phnom Penh - Puh, was für eine Kondition! Kambodschas Ministerpräsident Hun Sen hat eine mehr als fünf Stunden lang Rede gehalten. Und alle Bediensteten im Öffentlichen Dienst mussten zuhören.

An die rhetorische Ausdauer eines Fidel Castro oder Hugo Chavez kam Kambodschas Ministerpräsident Hun Sen nicht ganz heran. Aber immerhin: Mit seiner fünf Stunden und 20 Minuten dauernden Ansprache vor dem Unterhaus legte er am Donnerstag offenbar seine persönliche Bestmarke hin. Der im Staatsfernsehen übertragene Vortrag war für alle Bediensteten im Öffentlichen Dienst Pflichtprogramm.

Eine Pause erlaubte sich der 61-jährige Regierungschef ebenso wenig wie Zwischenfragen seiner Zuhörer. Sein Thema war vor allem der heikle Grenzstreit mit Vietnam, für den er Frankreich verantwortlich machte. So habe die frühere Kolonialmacht damals die Landesgrenzen nicht klar gezogen, kritisierte er.

Huns Rede war bei weitem nicht die längste Rede, die ein internationaler Spitzenpolitiker je gehalten hätte. So sprach der frühere kubanische Präsident Fidel Castro einst unter der glühenden Karibikhitze im Freien nicht selten fünf Stunden lang zum Volk. Und der venezolanische Präsident Hugo Chavez brauchte im Januar für seine Rede zur Lage der Nation neun Stunden.

dapd

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