Regierungsberater gegen längere Atomlaufzeit

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Die Kernkraftwerke Isar 1 (r) und Isar 2 stehen vor der aufgestauten Isar nahe Essenbach (Niederbayern).

Berlin - Das wichtigste Beratergremium der Bundesregierung in Umweltfragen warnt die schwarz-gelbe Koalition mit Nachdruck vor einer Verlängerung der Atomlaufzeiten.

“Längere Laufzeiten sind keine Brücke, sondern ein Investitionshindernis für die erneuerbaren Energien“, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU), Martin Faulstich, am Mittwoch in Berlin.

Der Plan für durchschnittlich 12 Jahre längere Atomlaufzeiten stehe im Widerspruch zum angepeilten massiven Ausbau der erneuerbaren Energien. “Es besteht ein grundsätzlicher Konflikt zwischen der schwankenden Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien und den grundlastorientierten konventionellen Kraftwerken.“

Kohle- und Kernkraftwerke könnten aufgrund ihrer technischen Eigenschaften die schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien nicht flexibel genug ergänzen. Abregelungen und Abschaltungen von Kohle- und Kernkraftwerken würden bei fortschreitendem Ausbau der erneuerbaren Energien häufiger notwendig. “Dadurch sinkt ihre Auslastung“, sagte Faulstich.

Kritik der Ökonomin

Es erhöhe sich die Gefahr, dass sich die Bedingungen für Öko- Stromerzeugung verschlechtern. “Die Bundesregierung sollte unmissverständlich klarstellen, dass sie an den beiden Säulen des Erneuerbare-Energie-Gesetzes - Vorrang und garantierte Vergütung - festhalten will“, sagte die Ökonomin im Rat, Karin Holm-Müller.

Statt den gefundenen gesellschaftlichen Konsens zur Kernenergie aufzukündigen und neue Investitionsunsicherheit zu schaffen, sollte die Bundesregierung ihre Kräfte auf die zukunftsweisenden Elemente des Energiekonzeptes in den Bereichen Klimaschutz und Effizienz konzentrieren, forderten die Regierungsberater.

dpa

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