Tag des Ehrenamts

Kommentar: In die richtige Bahn lenken

Stimmt es, ist Geben wirklich seliger denn Nehmen? Von wegen, sagen die einen, die Engagement für die Gesellschaft als Egoismus mit dem Ziel zur Steigerung der Eitelkeit abtun. Von Peter Schulte-Holtey

Eine Selbstverständlichkeit ist es für andere, die mit großen Enthusiasmus Ideale der Nächstenliebe pflegen und sich zum Nulltarif im Verein, in der Nachbarschaft, in karitativen Projekten engagieren. Fakt ist und das bestätigen viele Wissenschaftler: Ehrenamt tut den Freiwilligen gut - aber auch den Verantwortlichen in Städten und Gemeinden. Ohne die Helfer würde es einige kommunale Dienstleistungen gar nicht mehr geben. Zum „Tag des Ehrenamts“ sollte also viel lautstarker an den Einsatz von Hunderttausenden erinnert wird.

Doch Vorsicht! Es bahnen sich bereits Probleme an. So gibt es zwar immer mehr Freiwillige, die für Vater Staat in die Bresche springen. Doch übernimmt der brave Bürger dadurch nicht Aufgaben, die eigentlich Kommunen ausfüllen sollten - und entlässt sie damit aus der Verantwortung? Die Debatte wurde schon eröffnet, denn der Streit mit städtischen Bediensteten, die um ihre Jobs fürchten, ist programmiert.

Kommunalpolitikern, die sich in vielen Sonntagsreden in Lobeshymnen übers Engagement versuchen, sind nun mehr denn je gefordert, die Einsatzbereitschaft der Bürger in die richtigen Bahn zu lenken. Die Verantwortlichen in den Rathäusern sollten Haupt- und Ehrenamt effektiver verknüpfen, insbesondere dort, wo es sich um kommunale Pflichtaufgaben handelt. Dabei ist der Eindruck zu vermeiden, der Ehrenamtler sei „billiger Jakob“ und Lückenfüller. Vielmehr sind die Engagierten als unverzichtbare Garanten für attraktive, ergänzende Angebote in der Kommune darzustellen. „Stadt selber machen“ - so könnte das Motto und der Appell für die Zukunft lauten.

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