PISA und Schulpolitik

Kommentar: Richtung nicht sichtbar

Wenn es um Bildungsreformen geht, steht Hessen oft im Fokus. Auch in der Debatte über Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie wird bereits heftig attackiert. Von Peter Schulte-Holtey

So meinte Michael Sommer, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes: „Wenn in diesem Land über Fachkräftemangel geredet wird, dann erwarten die Gewerkschaften, dass alle jungen Menschen in unserem Land eine Chance bekommen. Dazu brauchen wir gute Kitas und Schulen mit qualifizierten Lehrern - und nicht - wie jetzt in Hessen erwogen - Leiharbeiter als Pädagogen.“ Sommer springt ins „Haifischbecken“ der hessischen Schulpolitik und wird bei vielen Eltern und Lehrern Zustimmung ernten.

Die neue PISA-Studie zeigt auf, wie groß die Reformbaustelle noch ist. Zwar wurde vieles angepackt; immer mehr Schulen bieten beispielsweise ganztägigen Unterricht oder zumindest Betreuung an. Hier ein Modell, da neue Unterrichtsmethoden. Doch die „große Richtung“ in der hessischen Bildungspolitik ist nicht sichtbar. Vor allem beim Thema „mehr Chancengerechtigkeit“ liegt noch vieles im Argen.

Rubriklistenbild: © op-online.de

Kommentare