Sarrazin zu Minarett-Verbot: Politiker und Bürger denken anders

Frankfurt/Main - Das Schweizer Volksbegehren gegen den Bau von Minaretten zeigt nach Auffassung von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin die Entfremdung von Gesellschaft und Politik.

“Das Schweizer Volksbegehren zeigt, dass in der Tiefe der Gesellschaft anders gedacht wird, als die politische Klasse und die Mehrheit der Medien glauben wollen“, sagte Sarrazin dem “Handelsblatt“ (Dienstag). Dass das Referendum anders ausgefallen sei, als vorherige Umfragen in Aussicht stellten, bestätige seine Berliner Erfahrung, erklärte der ehemalige SPD-Finanzsenator der Hauptstadt.

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Sarrazin hatte im Oktober für Empörung gesorgt, als er sich zur Integrationspolitik äußerte. In einem Interview sagte der SPD-Politiker, er müsse niemanden anerkennen, der vom Staat lebe, diesen Staat ablehne, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorge und ständig neue “kleine Kopftuchmädchen“ produziere. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Verfahren wegen möglicher Volksverhetzung und Verleumdung schließlich eingestellt.

dpa

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