Schlechtes Rezept gegen Plegekosten

Kommentar: Nur ein Pflästerchen

Pflege kann arm machen. Die Erkenntnis ist nicht neu. Und dennoch verschlägt es einem fast den Atem, wenn man die Zahlen aus dem jüngsten Pflegereport der Barmer GEK liest: Im Schnitt muss jeder Betroffene von Beginn der Pflegebedürftigkeit bis zum Tod 37.000 Euro aus eigener Tasche zahlen.

In der Spitze können es sage und schreibe mehr als 300.000 Euro sein. Während leicht Pflegebedürftige 2001 noch 163 Euro monatlich aus eigener Tasche finanzieren mussten, waren es im vergangenen Jahr mit 361 Euro mehr als doppelt soviel. 2015 sollen es schon 407 Euro sein.

Angesichts solcher Beträge und der Tatsache, dass die geburtenstarken Jahrgänge schon in wenigen Jahren zu den Senioren zählen werden, gehört das Thema bezahlbare Pflege nach ganz oben auf die Tagesordnung. Doch statt eine grundlegende Reform anzupacken, hat die Koalition den „Pflege-Bahr“ ersonnen, benannt nach dem smarten FDP-Gesundheitsminister.

Künftig bekommt, wer privat versorgt, einen Zuschuss von fünf Euro im Monat. Dass ist allenfalls ein Schönheits-Pflästerchen, wo der Patient dringend eine lebenserhaltende Operation braucht.

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