SPD: Guttenberg soll auf Doktortitel verzichten

München - Die Landtags-SPD nutzt die Plagiatsvorwürfe gegen Karl-Theodor zu Guttenberg zu einer genüsslichen Attacke auf den CSU-Politiker. Unterdessen hat der Verteidigungsminister die Vorwürfe als "abstrus" bezeichnet.

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Guttenberg müsse seine eigenen Maßstäbe an sich selbst anlegen und bis zur Klärung der Vorwürfe auf die Verwendung seines Doktortitels verzichten, forderte Fraktionschef Markus Rinderspacher am Mittwoch. “Eigentlich ist es der Minister seinem eigenen Ruf und Ansehen schuldig, hier selbst aktiv zu werden und nicht abzuwarten, bis die Plagiatsvorwürfe umfassend geprüft und endgültig geklärt sind.“

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Seine “praktische politische Arbeit“ könne Guttenberg ja auch ohne Doktortitel fortsetzen. Rinderspacher sprach von einem gravierenden Vorwurf gegen die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit Guttenbergs. Selbstverständlich gelte für Guttenberg auch die Unschuldsvermutung. Weil er jedoch den Kapitän der “Gorch Fock“ bis zur Prüfung aller Vorwürfe vorläufig abgesetzt habe, solle der Minister jetzt “seiner eigenen Linie treu bleiben“ und vorerst auf seinen Titel verzichten, sagte Rinderspacher.

Guttenberg wehrt sich gegen Vorwurf

Guttenberg hat sich unterdessen gegen den Plagiats-Vorwürfe bei seiner Doktorarbeit gewehrt, schließt aber einzelne Fehler beim Zitieren nicht aus. “Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus“, teilte Guttenberg am Mittwoch in Berlin mit. “Ich bin gerne bereit zu prüfen, ob bei über 1200 Fußnoten und 475 Seiten vereinzelt Fußnoten nicht oder nicht korrekt gesetzt sein sollten und würde dies bei einer Neuauflage berücksichtigen.“

An der Arbeit der Dissertation hätten keine Mitarbeiter mitgewirkt. “Die Anfertigung dieser Arbeit war meine eigene Leistung.“ Die “Süddeutsche Zeitung“ berichtet, an mehreren Stellen in seiner Doktorarbeit habe Guttenberg ohne Verweis fremde Textpassagen verwendet.

dpa

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