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Sagte Helmut Kohl bewusst Unwahrheit über „blühende Landschaften“?

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Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (r), der damalige sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow (M) und der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (l) unterhalten sich am 15.07.1990 an einem rustikalen Arbeitstisch in Archys, Russland. Im Hintergrund rechts von Gorbatschow steht seine Frau Raissa.

Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hat laut einem "Spiegel"-Bericht Jahre vor seinem Tod intern eingeräumt, die Öffentlichkeit über den Zustand der neuen Bundesländer im Osten getäuscht zu haben.

Das zeige die Abschrift eines Gesprächs zwischen Kohl und Beratern vom Oktober 1999, in dem es um sein berühmtes Wahlkampfversprechen 1990 geht, aus den neuen Ländern würden "in drei, vier Jahren blühende Landschaften".

Wie der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe berichtet, erklärte Kohl rückblickend, dieses Versprechen sei ein "Fehler" gewesen. Er habe "natürlich" gewusst, dass die DDR-Wirtschaft "marode" sei. "Wir haben die miese Lage bewusst nicht - das war nicht zufällig, wir haben darüber diskutiert - wir haben bewusst, wie wir glaubten, psychologisch richtigerweise, die Negativzahlen nicht hochgespielt", wird Kohl zitiert. Er habe das Selbstwertgefühl der Ostdeutschen nicht schädigen wollen, erklärte er seinen Vertrauten demnach.

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Noch in seinen "Erinnerungen" von 2007 schrieb der Kanzler der Einheit dagegen, Opfer der SED-Propaganda geworden zu sein. Die DDR-Führung habe ihn und die Welt "über die wahre Wirtschaftskraft des DDR-Sozialismus hinweggetäuscht". Kohl starb am 16. Juni 2017.

AFP

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