Drohende Altersarmut

Spielraum erweitern

Der Sprengstoff ist längst gelegt. Die Zahl der von Altersarmut betroffenen Rentner in Deutschland wird alsbald rasant wachsen; immer mehr Menschen sind im Niedriglohnsektor beschäftigt und zahlen nur kleine Summen in die Rentenkasse ein. Mit den geringen Verdiensten bleibt zudem kaum Spielraum, um zu sparen oder Geld für die private Vorsorge zurückzulegen. Wer schon heute nicht genug verdient, um über die Runden zu kommen, der geht also im Alter erst recht am Bettelstab. Deswegen ist es richtig, dass der Chef der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische, den Finger in diese Wunde unseres Sozialsystems legt. Von Peter Schulte-Holtey

Die Bundesregierung wird zwar im April eine Kommission zur Bekämpfung von Altersarmut einsetzen. Dieser Schritt kommt erstaunlich spät, denn es ist seit langem bekannt, dass über die sich abzeichnende gesellschaftliche Schieflage intensiver diskutiert werden muss. Drohende Altersarmut muss vor allem jetzt bekämpft werden - mit Steuermitteln (zum Beispiel Renten-Aufstockung) und höheren Mindestlöhnen, am besten aber durch noch mehr Anstrengungen in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik. Denn nichts schützt besser vor Armut im Alter als ein qualifizierter, dauerhafter und fair bezahlter Job.

@peter.schulte-holtey@op-online.de

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