Steinbrück: So fies lästert er über den "Laden von Merkel"

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Der frühere Finanzminister Peer Steinbrück (SPD)

Berlin - Der frühere Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat gegenüber einer Zeitung über den "zerstrittenen Laden von Frau Merkel" gelästert. Der Anlass war banal, für ihn aber Grund genug, zum Rundumschlag auszuholen.

Der frühere Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) setzt auf ein rot-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl 2013. “Das ist die nahe liegendste Machtoption“, sagte er dem Tagesspiegel am Sonntag. Er wies zugleich den Vorhalt zurück, dass er es sich seit seiner Zeit als NRW-Ministerpräsident mit den Grünen verdorben habe. “Im Vergleich zu dem zerstrittenen Laden von Frau Merkel und den Herren Seehofer und Rösler pflegten wir in Nordrhein-Westfalen ein geradezu freundschaftliches Verhältnis“, sagte Steinbrück, der als möglicher SPD-Kanzlerkandidat für 2013 gehandelt wird.

Steinbrück warf der schwarz-gelben Koalition völliges Versagen in der Steuer- und Gesellschaftspolitik vor. Rot-Grün wäre “niemals ein so kolossaler Unsinn passiert“ wie Steuersenkungen auf Pump. Die Steuerbeschlüsse des Koalitionsgipfels seien “verteilungspolitisch schwachsinnig“ und wirtschaftspolitisch ohne Effekt, “weil der Durchschnittsverdiener sich davon monatlich gerade mal zwei Tassen Kaffee leisten kann“. “Das Schlimmste jedoch ist, dass diese Regierung in der Zeit, in der wir täglich über die Staatsverschuldung sprechen, die Schulden weiter erhöht“, kritisierte Steinbrück.

Steinbrück: Sparkonten der Deutschen weiter sicher

Er stehe auch weiterhin zu der Garantie für die deutschen Sparkonten, die er 2008 in der Finanzkrise gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) abgegeben hat. Bezogen auf die Spareinlagen würde er diesen Satz heute wieder sagen, sagte Steinbrück dem Tagesspiegel am Sonntag. Er fügte hinzu: “Es besteht in meinen Augen keine Gefahr für die Spareinlagen der Deutschen.“

Zwar verbiete sich in diesen Zeiten naiver Optimismus. “Aber ich wage trotzdem die Prophezeihung: Den Euro wird es auch in zehn Jahren noch geben.“ Nicht die Währung befinde sich in einer Krise, sondern einige Mitgliedstaaten.

dpa/dapd

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