Im Schoß der Familie

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Mehr Zeit für die Familie - das ist der große Wunsch vieler Bundesbürger.

Die große Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich mehr Zeit für die Familie. Einer Studie zufolge ist sie für 78 Prozent weiterhin der wichtigste Lebensbereich.

78 Prozent der Eltern fordern dabei nicht nur eine bessere Vereinbarkeit von Kindererziehung und Beruf - auch die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege von Angehörigen rücke immer mehr ins Blickfeld, berichtete die Geschäftsführerin des Allensbach-Instituts, Renate Köcher, bei der Vorstellung des „Monitors Familienleben 2010“ für das Bundesfamilienministerium.

Väter wollen weniger, Mütter mehr arbeiten

„Wie zufrieden die Familien sind, hängt ganz besonders davon ab, ob sie genügend Zeit mit ihren Kindern und Angehörigen verbringen können“, sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU).

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Familie und Beruf

Der Umfrage zufolge würden vor allem Väter gerne mehr für ihre Kinder da sein: 60 Prozent der Väter äußern den Wunsch, dafür ihre Arbeitszeit reduzieren zu wollen. Umgekehrt würden dagegen drei Viertel der Mütter mit Kindern unter 18 Jahren gerne mehr als 20 Stunden arbeiten, davon 23 Prozent 30 bis 35 Stunden.

Um die eigenen Kinder zu betreuen, haben der Untersuchung zufolge 84 Prozent aller Mütter unter 45 Jahren schon einmal ihre Berufstätigkeit unterbrochen. Bei Vätern waren es lediglich zehn Prozent, was im Vergleich zu früher jedoch beachtlich sei, meinte Köcher. Mehr als 70 Prozent der Väter, die nach der Geburt ihres Kindes ihre Arbeit unterbrochen haben, empfanden diese Elternzeit als Bereicherung.

Initiative „Flexible Arbeitszeiten“

Über 50 Prozent der Mütter wünschen sich Ganztagsbetreuung für ihre Kinder sowie an die Arbeitszeiten angepasste Betreuungszeiten von Kindergärten und Schulen. Schröder sagte, politisches Ziel bleibe die weitere Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das Ministerium startet im Oktober gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag die Initiative „Flexible Arbeitszeiten“.

Modell Familienpflegezeit

Zugleich verwies die Ministerin auf die von ihr geplante Familienpflegezeit. Das Modell sieht vor, dass Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren auf bis zu 50 Prozent reduzieren können, dabei aber 75 Prozent ihres Gehalts beziehen. Zum Ausgleich sollen sie dann später wieder voll arbeiten, bei weiterhin 75 Prozent des Gehalts - bis das Zeitkonto ausgeglichen ist. Arbeitnehmer sollen bereits im Vorfeld einer möglichen Pflegebedürftigkeit in der Familie Zeit für die Pflegephase auf einem Wertkonto ansparen können.

Der Umfrage über die Entwicklung des Familienlebens in Deutschland zufolge bleiben familienpolitische Anliegen für eine große Mehrheit wichtig. So werden Forderungen wie die Förderung junger Familien, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie verbesserte Bedingungen für Geburten häufiger genannt als etwa die Reform des Gesundheitswesens und die Senkung von Steuern.

dpa

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