CO2-Speicherung im Boden

Technik führt in die Sackgasse

Das farb- und geruchslose Gas Kohlenstoffdioxid (CO2), das u.a. bei der Verbrennung von kohlestoffhaltigen Substanzen entsteht, gilt als Treibhausgas und Klimakiller. Der beste Weg also wäre, allein auf eine größtmögliche Vermeidung des CO2-Ausstoßes zu setzen. Von   Von Siegfried J. Michel

Nun schlägt die schwarz-gelbe Bundesregierung aber einen ergänzenden Weg ein. Das Zauberwort heißt CCS-Technologie. CCS steht für „Carbon Dioxide Capture and Storage“, zu deutsch „Kohlendioxid-Abscheidung und -Lagerung“. Im Klartext: Für den Klimaschutz soll das bei der Kohleverbrennung in Kraftwerken anfallende Gas in Zukunft von den Stromkonzernen unter die Erde gepresst werden dürfen. Das Bundeskabinett hat zur Erforschung dieser neuen Technik einen Gesetzentwurf beschlossen. Ein zukunftsweisender Weg, wie Wirtschaftsminister Brüderle behauptet, ist dies nicht, er führt vielmehr in die Sackgasse.

Hier wird wieder ein Problem aus der Jetztzeit einfach in die Zukunft verschoben und nachfolgenden Generationen aufgehalst. Wir kennen dies von der Atomkraft her - Stichwort sogenannte „Endlagerung“. Wissenschaftler warnen schon jetzt vor unkalkulierbaren Risiken, wenn eingelagertes CO2 mit hohem Druck Salzwasser oder Schwermetalle aus dem Gestein ins Grundwasser drückt, was dann die Trinkwasserversorgung gefährden würde. Und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mahnt, die hohen Drücke, die zur Verpressung des Gases in die Tiefe erforderlich seien, könnten Leckagen oder Erdbeben verursachen. Entweichendes CO2, das sich dann in Senken oder Tälern ansammeln könnte, stellt eine große Gefahr für die Bevölkerung dar. Grund: Bereits eine Kohlendioxid-Konzentration in der Luft von acht Prozent führt binnen 30  bis 60 Minuten zum Tod. Recht hat BUND-Chef Weiger, der sagt, CCS diene den Energieriesen - mit Regierungshilfe - nur als Feigenblatt für den Neubau von klimaschädlichen Kohlekraftwerken. Weder die Wissenschaft noch die Stromkonzerne können eine dauerhafte Sicherheit der CO2-Erdlager garantieren. Und da passt es auch noch schön ins Bild, dass die Konzerne sich „nur“ 30 Jahre lang um die Gas-Speicher kümmern müssten. Danach wäre die Allgemeinheit zuständig - auch wenn etwas passiert. Na toll!

Siegfried.Michel@op-online.de

Kommentare