Telekom verärgert Kunden mit Kündigungswelle

Offenbach (psh) ‐ Wachsende Verärgerung bei Telekom-Kunden: Wer sein Prepaid-Handy nicht auflädt, muss mit der Kündigung rechnen. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein wirft der Telekom vor, Verträge ohne klare Rechtsgrundlage aufzulösen. Das Unternehmen widerspricht: alles rechtens.

700 000 Prepaid-Verträge hat die Telekom im ersten Quartal 2010 gekündigt. Es geht dabei um Karten, die mindestens zwei Jahre nicht aufgeladen wurden und drei Monate hintereinander nicht aktiv waren. Nach Angaben von Verbraucherschützer Boris Wita werden die Betroffenen zwar stets schriftlich bzw. per SMS vorgewarnt und haben dann vier Wochen Zeit, das Handy aufzuladen. Viele haben aber offenbar aus verschiedenen Gründen nicht reagiert, umgehend folgte die Vertragskündigung. Die Argumentation der Telekom: „Ungenutzte Karten beanspruchen unnötig hohe Kapazitäten.“

Die Verbraucherschützer werfen dem Unternehmen vor, den Kunden vor die Wahl zu stellen „Friss oder Stirb“. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Telekom sei die Kündigungsmöglichkeit nur „sehr schwammig“ formuliert. „Vieles ist nicht transparent und wenig kundenfreundlich“, meint Wita.

So kritisiert der Verbraucherschützer, dass die Kündigungsgründe der Telekom nicht plausibel seien. Zudem würde in Anschreiben nicht ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Kunden das Restguthaben erstattet bekommen können. Das Vorgehen sei um so ärgerlicher, da auch Telekom-Kunden betroffen seien, die zwar noch ausreichend Guthaben auf ihrer Karte haben, diese jedoch längere Zeit nicht nutzten. Wita: „Grund dafür ist, dass viele sich ein Handy ,nur’ für den Notfall besorgt haben. Das ist vor allem bei vielen Älteren der Fall.“

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