Tipp für Patienten

Über Ärzte und Kassen beschweren

Offenbach ‐ Behandlungsfehler, überhöhte Zuzahlungen, abgelehnte Kostenübernahmen: Bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) beschweren sich jedes Jahr tausende Bürger über Ärzte, Kliniken und Krankenkassen. Von Peter Schulte-Holtey

Die meisten Beschwerden kommen über Zahnärzte (29,7 Prozent), Hausärzte (17,5 Prozent) und Orthopäden (10,7 Prozent). Dass die Zahnärzte mit deutlichem Abstand an der Spitze der Beschwerdeliste stehen, liegt nach Einschätzung des Gesundheitsexperten der Verbraucherzentralen, Stefan Etgeton, nicht an deren Behandlungsqualität. Vielmehr gehe es bei Zahnärzten viel häufiger als bei anderen Medizinern um direkte Geldzahlungen der Patienten.

Allein im ersten Halbjahr 2010 seien bundesweit mehr als 7600 Beschwerden eingegangen, teilte eine UPD-Sprecherin mit. Die 2006 ins Leben gerufene UPD betreibt 22 Beratungsstellen sowie eine kostenlose Telefon-Hotline.

Unterstützt werden die Aktivitäten der Organisation von der Landeszahnärztekammer Hessen (LZKH), die auf eigene Aktivitäten verweist. „Unsere kammereigene Patientenberatung sowie die Abteilung für Gebührenordnungsfragen haben in den vergangenen Jahren regelmäßig immer weit über 2000 schriftliche Stellungnahmen abgegeben. Hinzu kommt die Beantwortung telefonischer Anfragen, die in Hessen in den vergangenen sechs Jahren um die 10 000 pro Jahr schwankten“, erklärt Kammerpräsident Dr. Michael Frank.

Informationen:

  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland:kostenfreies Beratungstelefon Mo-Fr. 10-18 Uhr; Rufnr. 0800/ 0117722
  • Die Hotline der Patientenberatung der Landeszahnärztekammer ist telefonisch unter der Rufnr. 069/ 427275-169 oder übers Internet via e-Mail direkt zu erreichen.

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