Personalkarussell der Barmer

Vertrauen schwindet

Patienten und Versicherte können sich über die Personalpolitik der Krankenkasse Barmer-GEK nur wundern - und ärgern: Erst wurde bekannt, dass Birgit Fischer, Vorstandschefin der Kasse und frühere SPD-Landesgesundheitsministerin, ins Amt der Chef-Lobbyistin der Arzneimittelindustrie wechselt. Ein Schritt, der auf große Verwunderung stößt; die linke Sozialdemokratin hatte ja zuletzt die Klientelpolitik der Regierung zugunsten der Industrie gegeißelt. Jetzt folgt der nächste „Posten-Hammer“: Als „heißester Kandidat“ für die Nachfolge von Frau Fischer gilt Christoph Straub, Vorstandsmitglied der Rhön-Klinikum AG. Von Peter Schulte-Holtey

So wechselt man also am Verhandlungstisch schnell mal die Seiten! Kann man den beiden jetzt noch ein Wort abnehmen? Fischer muss sich fragen lassen, wie sehr sie sich als Barmer-Chefin wohl für das Wohl - und das Portmonee - der Kassenmitglieder eingesetzt hat, wenn ihr solch ein Posten angeboten wird. Und wie soll Straub, noch ist er Manager einer börsennotierten Krankenhauskette, in Zukunft überzeugend als Vertreter einer auch sozial-verpflichteten gesetzlichen Krankenkasse auftreten, die stets in heftige „Kosten-Kämpfe“ mit Kliniken verwickelt ist? Als Versicherter und Bürger, der diese Personalpolitik ja mitfinanziert, fallen einem keine überzeugenden, beruhigenden Antworten ein.

Vom Saulus zum Paulus oder ein berufliches Engagement nach dem Motto „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ ... - man darf gespannt sein, wie Fischer und der vermutliche neue Barmer-Chef Straub agieren werden. Fest steht jetzt schon: Das Vertrauen ins Gesundheitssystem wird weiter schwinden.

@peter.schulte-holtey@op-online.de

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