Viel zu tun auf Großbaustelle

Die Einschätzung des Bundesarbeitsministeriums, es gebe akut keine Altersarmut, ist falsch. Das können auch die Tafeln, die inzwischen viele tausend Menschen in Deutschland mit zusätzlichen Lebensmitteln versorgen, bestätigen.

Dass die Zahl der über 65-Jährigen, die staatliche Grundsicherung erhalten, rasant steigt, ist ebenfalls ein deutlicher Hinweis auf gestiegene Bedürftigkeit.

Und es könnten bald sogar Millionen Bundesbürger betroffen sein. Denn die Lohnarmut von heute droht zur Altersarmut von morgen zu werden. Ohne spürbare Gegenmaßnahmen werden die Kosten für die Allgemeinheit dann immens sein. Die lautstarken Appelle des Sozialverbands VdK sind also verständlich.

Es wird höchste Zeit, dass sich die Bundesregierung noch intensiver um diese sozialpolitische Großbaustelle kümmert und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen das Thema zur Chefsache macht. Daher ist es hilfreich, dass im Herbst endlich eine Kommission zur Vermeidung von Altersarmut die Arbeit aufnimmt. Sie wird unter anderem klären müssen, wie sich Mehrbelastungen für eine zusätzliche Altersvorsorge durchsetzen lassen, wenn der Gesundheitsminister die Bürger erneut für die Pflege-Vorsorge zur Kasse bitten will; zumal von der Leyen eine Lösung für die Menschen mit den kleinen Einkommen und den unsteten Erwerbsbiographien braucht.

peter.schulte-holtey@op-online.de

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