Vorhersagen vom Wetterdienst bald maßgeschneidert

Offenbach (alk) Der schnellste Vektorrechner der Welt steht in Offenbach: Einen klareren Blick auf die Entwicklung des Wetters erhoffen sich die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) von dem 39 Millionen Euro teuren Computer, der im April in Betrieb genommen werden soll.

Bislang läuft der ohrenbetäubend laute Hochleistungsrechner des japanischen Herstellers NEC noch im Probebetrieb parallel zum alten System. Mit dem neuen Rechner will der DWD die Qualität der Vorhersagen verbessern. Die Technik ermögliche mehr Präzision und Voraussagen für wesentlich kleinere Gebiete als bisher, hieß es gestern bei der offiziellen Inbetriebnahme in der Offenbacher DWD-Zentrale an der Frankfurter Straße.

Der 45-fach leistungsfähigere Rechner ermöglicht dem DWD die „Ensemble-Technik“ einzusetzen. Berechnet wird künftig nicht mehr nur eine Vorhersage, sondern 20 Modelle parallel. Damit tragen die Meteorologen der Schwierigkeit Rechnung, dass sie nicht jedes Detail des aktuellen Zustands der Atmosphäre kennen. Darum simulieren sie die Wetter-Entwicklung mit verschiedenen Abweichungen bei den Ausgangsdaten, um der tatsächlichen Entwicklung nahe zu kommen. Der Computer ermögliche es, die Wahrscheinlichkeit von Gewittern sowie der zu erwartenden Niederschlagsmengen und Windböen genauer vorherzusagen.

„Wir sehen damit genauer - als hätten wir die Brille geputzt“, umschreibt DWD-Vorstand Dr. Gerhard Steinhorst den Effekt. Insbesondere werde es künftig möglich, typische Sommergewitter früher und genauer vorherzusagen. Insgesamt will der DWD das Warnmanagement weiter verbessern. Die Vorhersagen werden künftig alle drei Stunden neu berechnet.

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