Wahl in Niedersachsen: 6,5 Millionen gehen zur Urne

+
Wahlhelferinnen leeren am Sonntag (11.09.11) im Briefwahlamt im Rathaus von Wilhelmshaven zu Beginn der Stimmauszaehlung der Kommunalwahl eine Wahlurne aus.

Hannover - Rund 6,5 Millionen Menschen haben am Sonntag in Niedersachsen über die Zusammensetzung der kommunalen Vertretungen entschieden. In so manchem Rathaus wird es einen Führungswechsel geben.

Mehr Wähler und Führungswechsel in so manchem Rathaus: Die Kommunalwahlen in Niedersachsen sind am Sonntag auf eine vergleichsweise hohe Resonanz gestoßen. In Wolfsburg gewann SPD-Bewerber Klaus Mohrs die Oberbürgermeisterwahl klar mit 63,1 Prozent der Stimmen gegen seine Herausforderin, die frühere Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann von der CDU. In Wilhelmshaven übernimmt hingegen die CDU nach 25 Jahren das Steuer.

Die 6,5 Millionen wahlberechtigten Niedersachsen konnten am Sonntag über die Zusammensetzung von 2200 kommunalen Vertretungen entscheiden und rund 30 100 Sitze vergeben. Vor fünf Jahren hatte die CDU landesweit die Nase vorn. Sie siegte damals mit 41,3 Prozent. Die SPD kam auf 36,6 Prozent, die Grünen auf 7,8, die FDP auf 6,7 und die Linke auf 0,8 Prozent.

Bis zum Nachmittag gaben 44,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. In der Landeshauptstadt Hannover lag die Wahlbeteiligung um 17.00 Uhr schon höher als vor fünf Jahren nach Schließung der Wahllokale. Damals wurde landesweit mit 51,7 Prozent ein historischer Tiefstand erreicht.

In den Kommunen wurden zunächst die Direktwahl-Ergebnisse ausgezählt, anschließend ging es an die Wahlen zu den Vertretungen von Kreisen, Städten und Gemeinden. Das Endergebnis wird voraussichtlich erst am frühen Montagmorgen vorliegen.

Ministerpräsident David McAllister (CDU) betonte der Stimmabgabe in seinem Heimatort Bad Bederkesa im Kreis Cuxhaven, die Kommunalwahlen seien keine vorgezogenen Landtagswahlen. “Sie haben ihre ganz eigenen Themen, die von Gemeinde zu Gemeinde und Kreis zu Kreis variieren“, sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa.

Umfragen hätten gezeigt, dass zwei Drittel der Niedersachsen ihre Entscheidung von kommunalen Themen abhängig machen wollten. “Insofern wäre es falsch, die Kommunalwahlen als Ersatz oder vorgezogene Landtagswahl zu bewerten.“ Dennoch gilt das Votum der Wähler knapp anderthalb Jahre vor der nächsten Landtagswahl in Niedersachsen als wichtiger Stimmungstest.

dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare