SOS in Weißrussland: Regierung bittet IWF um Hilfe

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Regale leergefegt: Die Wirtschaftskrise in Weißrussland lässt die Preise steigen - so dass die Menschen ihr Geld schnell ausgeben.

Minsk - Panik in Weißrussland: Das Land steckt in seiner schwersten Finanzkrise seit dem Ende der Sowjetunion. Jetzt bittet das autoritäre Regime den IWF um einen Kredit.

Weißrussland hat den Internationalen Währungsfonds (IWF) um einen Kredit zur Stabilisierung seiner angeschlagenen Wirtschaft ersucht. Es gab keine Hinweise darauf, in welcher Höhe das Land Kredite vom IWF benötigt. Doch sind Analysten der Meinung, dass mindestens neun Milliarden Dollar (6,3 Milliarden Euro) nötig sind, um die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen.

Weißrussland befindet sich derzeit in der schwersten Finanzkrise seit dem Untergang der Sowjetunion. In der vergangenen Woche hatte die Nationalbank den Rubel im Verhältnis zum Dollar um die Hälfte abgewertet und damit landesweit Panik ausgelöst. Die Bevölkerung beeilte sich, das an Wert verlierende Geld in Waren anzulegen und stand tagelang vor Wechselstuben Schlange, um ihre Rubel gegen Dollars und Euros einzutauschen.

Am Mittwoch veröffentlichte die Regierung ein Dekret, wonach die Preise für Hauptnahrungsmittel wie Fisch, Käse, Tee, Kaffee sowie einige Früchte und Gemüsesorten festgeschrieben sind. Bereits von 2009 bis 2010 hatte der IWF Weißrussland mit einem Kredit in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) unterstützt und wird voraussichtlich Mitte Juni einen Bericht über die Finanzlage des Landes vorlegen.

“Das ist ein SOS-Signal der weißrussischen Regierung, die die Kontrolle über die Situation verliert“, sagte der frühere Leiter der Nationalbank, Stanislaw Bogdankewich.

dapd

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