Kommentar: Leider notwendig

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Angelika Dürbaum

Der Weltfrauentag kommt hierzulande nicht so geschmeidig daher wie andere Gedenktage. Da ist es nicht getan mit ein paar Blumen für die Liebste oder ein Frühstück im Bett für die Mama.

Am Weltfrauentag ging und geht es um Politik, um nichts weniger als die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Und dass wir darüber im 21. Jahrhundert überhaupt noch reden müssen, zeigt die Notwendigkeit des Tages.

Ging es in den Anfängen vor mehr als gut 100 Jahren noch um das Wahlrecht für Frauen, ist heute die Frauenquote ein herausragendes Thema. Und ja, wir brauchen sie - leider, solange selbst in den meisten Parlamenten Europas der Frauenanteil noch deutlich unter 50 Prozent liegt, solange Frauen in Chefetagen kaum anzutreffen sind, solange Frauen durch alle Lohngruppen hindurch weniger Geld verdienen als ihre männlichen Kollegen und solange die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ganz unten auf der Agenda steht.

Soll jetzt niemand sagen, die Quote würde eh nicht funktionieren oder Frauen herabwürdigen. In anderen Ländern, vor allem im Norden unseres Kontinents, hat sie viel vorangebracht. Sie ist also ein notwendiges Übel und ganz sicher einer modernen Gesellschaft nicht würdig.

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