SPD droht Ärzten

Kommentar: Wenig hilfreich

Erst fordert CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn die Abschaffung der Drei- und Vier-Bett-Zimmer in Kliniken. Jetzt will sein SPD-Kollege Karl Lauterbach Ärzte hart bestrafen, wenn sie Kassenpatienten gegenüber Privatversicherten benachteiligen. Von Steffen Habit

Dass Regierung und Opposition nach den umstrittenen Gesundheitsreformen mit kräftigen Beitragssprüngen endlich die Versorgung der Versicherten in den Mittelpunkt stellen, ist zu begrüßen. Allerdings sind die Vorschläge in der Praxis wenig hilfreich.

Wer kontrolliert, ob gesetzlich Versicherte gegenüber den Privatpatienten benachteiligt wurden? Und ab wann gilt eine Wartezeit als zu lange?

Lauterbachs Vorschläge sind viel zu unpräzise. Wer es als Mediziner darauf anlegt, findet ohne Probleme ein Schlupfloch.

Sanktionen gegen Ärzte oder die Pflicht zum Zwei-Bett-Zimmer im Krankenhaus - allein mit neuen Gesetzen lässt sich die Versorgungsqualität nicht steigern. Die Regierung sollte stattdessen auf den mündigen Versicherten setzen: Wer mit seinem Arzt oder seiner Klinik nicht zufrieden ist, wechselt in der Regel zur Konkurrenz.

Rubriklistenbild: © op-online.de

Kommentare