Daueraffäre Wulff

Kommentar: Schluss mit dem Taktieren

Fast täglich werden neue Details über die Verstrickungen Christian Wulffs mit dem Hannoveraner Gebräu aus Politik, Wirtschaft und Prominenz bekannt. Ebenso scheibchenweise gibt der Bundespräsident Informationen frei, vermeidet es aber, persönlich Stellung zu nehmen. Von Frank Pröse

Wenn es denn nur Lappalien sind, wie Wulffs Anwälte glauben machen wollen, so sollte deren Mandant Manns genug sein, sich zu erklären. Weil sich der genau davor scheut, wird aus der Bagatelle eine Affäre. Sie hat dem Amt schon geschadet, dem Amt allein in der Besetzung von Christian Wulff. Denn nur er lässt im Stile eines Winkeladvokaten argumentieren, legt seine in Buchform erschienene Maxime „Besser die Wahrheit“ für sich selbst wohl mehr oder weniger bauernschlau aus.

Es ist genau dieser Umgang mit angeblich nebensächlichen Formalien, der Wulff in Misskredit bringt. Kritiker sollten nicht für ihren moraltriefenden Tugendwahn gescholten werden, es geht auch nicht um typisch deutschen Purismus. Die meisten wollen nur Aufklärung aus dem Munde Wulffs. Die Weihnachtsansprache hat er jedenfalls nicht genutzt, um das hässliche Bild vom Abstauber in der niedersächsischen Provinz zu korrigieren.

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