Ausgaben für Bildung

Kommentar: Zahlen lügen nicht, aber ...

Was denn jetzt? Gibt Deutschland genug oder zu wenig für den Bildungssektor aus? Während die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) noch im zurückliegenden Spätsommer von einer rückläufigen Finanzierung in Deutschland sprach, sieht die amtliche deutsche Statistik aktuell einen Rekord bei den öffentlichen Bildungsausgaben. Von Lutz Kämpfe

Nun, Zahlen lügen nicht, aber mit Zahlen lässt sich prächtig Verwirrung stiften. Während die OECD größtenteils mit Daten aus dem Jahr 2007 operierte, freuten sich gestern zahlreiche Beobachter über Bildungsausgaben der öffentlichen Haushalte aus dem Jahr 2009. Die Vergleichbarkeit ist hier schwierig, und sie wird mit Blick auf die vielbeachtete Bildungsausgaben-Quote gemessen am Bruttoinlandsprodukt noch problematischer. Wächst die Wirtschaft und stagnieren aber die Bildungsausgaben, sinkt die Quote. Was nicht automatisch zur Stagnation der Bildungsanstrengungen führen muss. Denn bei gleicher Ausgabensumme, aber beispielsweise sinkenden Schülerzahlen lässt sich wiederum die Pro-Kopf-Ausgabe pro Schüler steigern. Man spricht mit Blick darauf auch von „demografischer Rendite“, die es für den Bildungssektor zu erhalten gilt. Damit diese Rendite aber zu mehr und besserer Bildung führen kann, muss das Geld auch sinnvoll angelegt werden. Dieser Teil der Übung ist der schwierigere.

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