Neue Gebührenregeln spürbar

Zahnärzte kassieren mächtig ab

Offenbach (psh) ‐ Seit Jahresbeginn müssen Patienten für Zahnersatz deutlich mehr Geld aufbringen. Der Grund: Durch die Neufassung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) dürfen Zahnärzte nun deutlich höhere Honorare für den Zahnersatz verlange. Die ersten Rechnungen zeigen: Für viele Patienten wird es klar teurer.

Betroffen sind Privatpatienten, aber auch gesetzlich Versicherte; für diese werden nämlich die Leistungen teurer, die von der gesetzlichen Versicherung nicht übernommen werden, also alles, was über die Festzuschüsse der Krankenkasse hinausgeht, zum Beispiel Zahnfüllungen, die nicht aus Amalgam sind, Zahnimplantate, Inlays.

Wie stark der jeweilige Patient damit zusätzlich finanziell belastet wird, hängt von der Art der Behandlung ab. Riyad Salhi, Sprecher der AOK-Hessen, bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung: „Es kommt auch auf den Steigerungsfaktor an, den ein Zahnarzt nach Gutdünken festlegt - ob er also den angegebenen Betrag mit 1,2 oder 2,7 oder 3,5 multipliziert; schließlich handelt es sich um eine Privatliquidation. Somit ist es in der Tat teurer geworden für einige Patienten.“

Experten beziffern die durchschnittliche Kostensteigerung auf sechs Prozent. Für eine Vollkrone steigt das Zahnarzthonorar um 29 Prozent. Den Patienten kostet die Krone damit 74 Euro mehr, rechnen Krankenkassen vor.

Wer glaubt, den neuen Kostenschub mit Hilfe einer Zahnzusatzversicherung „abfedern“ zu können, werde oft böse enttäuscht, warnt Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Er warnt vor Tücken und Fallen. Beachtet werden sollte: Mit einer freiwilligen Zusatzabsicherung kann man den höheren Eigenanteil zwar drücken. Vorher müssen allerdings die Konditionen auf den Prüfstand, Verträge sind oft kompliziert.

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