Zeit für einen Neuanfang

Datenaffäre bei der Bahn: Hartmut Mehdorn, der Manager mit dem Vornamen „Bahnchef“, gilt als Kämpfer. Als einer, der nicht aufgibt. Deshalb muss sich jemand finden, der den Mann beiseite nimmt und ihm sagt: „Hartmut, es reicht - Du kannst jetzt gehen!“

Die Einlassungen des obersten Eisenbahners lassen keinen anderen Schritt als den Rücktritt zu. Entweder kam der Auftrag zur Rasterfahndung, bei der 173 000 Bahnmitarbeiter vorsorglich auf Korruptionsschnittstellen durchleuchtet wurden, von ganz oben, dann trägt Mehdorn die Verantwortung und ist untragbar.

Dass er behauptet, von den Vorgängen persönlich nichts gewusst zu haben, kann man Mehdorn glauben.

Retten darf ihn das nicht.

Wenn der Chef nicht weiß, dass drei Viertel seiner Mitarbeiter im Auftrag des Unternehmens von einer externen Firma systematisch ausgeforscht werden, ist das ein Fall von eklatantem Führungsversagen und ein hinreichender Grund, ihn zu entlassen.

Die Politik hat Hartmut Mehdorn vor neun Jahren an die Spitze der Bahn geholt, um den Staatsbetrieb auf Trab und an die Börse zu bringen. Er hat sich bemüht und dafür gekämpft, blieb aber ohne Erfolg. Jetzt ist es Zeit für einen Neuanfang.

politik@op-online.de

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