Zukunftsforschung

Kommentar: Schau’n mer mal

Rock’n’Roll stirbt wieder mal / Wir sind wieder hart wie Stahl / Die Familie ist gesund   / Was soll’s, ich lebe“. Von Ralf Enders

Mal ehrlich: So wie’s Marius Müller-Westernhagen in „Lass uns leben“ von 1983 singt, geht‘s uns doch auch. Zukunftsforschung im Allgemeinen und die Prognosen von Horst W. Opaschowski im Besonderen mögen für die Möbel- oder Gesundheitsindustrie - Stichworte: Rückzug ins Private und Megamarkt Gesundheit - interessant sein, für den Einzelnen in seiner wunderbaren Individualität sind sie von überschaubarem Wert. Gewiss tut man dem Wissenschaftler unrecht, ihn auf den öffentlichkeitswirksamen Auftritt zu reduzieren, aber auch der neue „Deutschland-Plan“ von „Mr. Zukunft“ enthält wenig, worauf der aufmerksame Zeitungsleser nach fünf Minuten des Sinnierens nicht auch kommt: Protest- und Wechselwähler nehmen wegen schlechter Politik zu, wir arbeiten länger und flexibler, Pflegedienste werden zu tun haben, und die Privatsphäre im Internet muss besser geschützt werden.

Für praxisfremde Kreise in Politik und Wirtschaft mag dies alles überraschend und bisweilen auch hilfreich sein. Für alle anderen gilt einfach nur: Schau’n mer mal.

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