Wikileaks

Kommentar: Zweifelhafte Transparenz

Man mag über den neuesten vermeintlichen Coup der Enthüllungsplattform Wikileaks sarkastisch werden: Nun wissen wir, dass die Freiheit der westlichen Welt auch am Strand von Sylt verteidigt wird. Von Ullrich Riedler

Schließlich ist die Insel ein unterseeisch verkabelter Anlandepunkt für die Datenübertragung zwischen den USA und Europa.

Sind in Wahrheit also gar nicht der Berliner Reichstag, sondern ein nordfriesisches Eiland gefährdet, das BASF-Werk in Ludwigshafen eher als große Bahnhöfe?

Es sind die falschen Fragen. Mag sich Wikileaks und dessen streitbarer Chef, der auf der Weltbühne den Robin Hood der Informationsfreiheit im Kampf mit den USA gibt, auch als Institution demokratischer Transparenz begreifen. Diese Liste über Objekte, die Amerika als wichtig für seine Sicherheit erachtet, zählt gewiss nicht dazu. Denn Wiki leaks befeuert so nicht nur Angst und Verunsicherung. Diese Daten geben potenziellen Terroristen sogar noch Empfehlungen für Anschläge an die Hand, mit der sie das verhasste Amerika treffen können. Mit derlei Geheimnisverrat ist niemandem gedient.

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