Damen zeigen es den Herren

Offenbach - Anton Urspruch hat eine Chance verdient, bekommen und genutzt. Nicht in Frankfurt, wo der Komponist 1850 geboren wurde und 1907 starb. Sondern in Offenbach, wo sich das Capitol, die frühere Synagoge, als idealer Ort für den Enkel eines jüdischen Vorsängers erwies. Von Markus Terharn

Aus der Nachbarstadt kamen eine Nachfahrin sowie Mitglieder der Anton-Urspruch-Gesellschaft, aus Offenbach das Publikum der Theateressenz zu einer mäßig besuchten, stark akklamierten Ehrenrettung der Oper „Das Unmöglichste von Allem“ – 1897 uraufgeführt und fast vergessen.

Dirigent Günter Lang vom Münchner Musiktheater Pianopianissimo erstellte eine Fassung für Klaviersextett, die erstmals erklang. Wobei Pianist, drei Streicher und drei Bläser eine größere Besetzung vortäuschten. Peter P. Pachl setzte auf einen prallen, mit Gags durchwirkten Regiestil, wie ihn etwa Frankfurts Kammeroper pflegt.

Nach einem Klassiker des Spaniers Lope de Vega hat Urspruch Text und Musik zu einer wirklich komischen Oper verfasst. Die Geschichte erinnert an „Così fan tutte“. Hier gilt die Wette: Lässt sich eine liebende Frau vor ihrem Verehrer schützen oder nicht?

Dieses Gerüst gibt Gelegenheit zu herrlichen Ensembles von hoher Satzkunst. Edelmann Lisardo verführt Edelfrau Diana, beide von Dienern assistiert. Bis sie nach drei Stunden zwei Paare bilden, gibt es Verwechslungen und gefällige Melodien in Wagner-Harmonik. Mozart und Rossini lassen grüßen.

Der Vorzug gebührt den Damen; die Palme geht an Caterina Maier, als Zofe Celia sängerisch wie schauspielerisch bezaubernd. Als ihre Herrin meistert Anne Wieben die schönsten Arien. Um sie wirbt Johann Winzer in tenoraler Lohengrin-Manier, der Robert Fendl als Wett-Gegner Roberto aussticht. Als sein Diener Ramon hat Ralf Sauerbrey die lustigsten Szenen. Sonderlob geht an Alexander Reisewitz, der von der Seite her einen erkrankten Sänger vertritt, den Thilo Zürn auf der Bühne doubelt.

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