IG Metall legt Continental-Standort lahm

24-Stunden-Streik in Babenhausen als „letzte Warnung“

Bei Continental in Babenhausen verschärft sich der Arbeitskampf.
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Bei Continental in Babenhausen verschärft sich der Arbeitskampf.

Erst nur wenige Stunden, dann stundenweise über alle Schichten hinweg und nun einen ganzen Tag lang – die von der IG Metall organisierten Warnstreiks bei Continental nehmen immer größere Dimensionen an. Um ihren Forderungen nach einem Sozialtarifvertrag Nachdruck zu verleihen, soll von Donnerstag, 22 Uhr, an bis Freitag, 22 Uhr, die Arbeit am Standort niedergelegt werden.

Babenhausen - Dies sei „die Antwort auf die Provokation in den Tarifverhandlungen am vergangenen Freitag“ heißt es im Streikaufruf. Wie bereits die Verhandlungen des Betriebsrates vor der Einigungsstelle am Donnerstag über die Zukunft in Babenhausen, endeten auch die Tarifverhandlungen ohne Ergebnis. Als enttäuschend bezeichnet IG Metall-Verhandlungsführer Matthias Ebenau die sieben Stunden dauernden Verhandlungen zu einem Sozialtarifvertrag, in dem die Gewerkschaft um Mindestabfindungen für die Belegschaft kämpft. Die Arbeitgeberseite zeige keine Kompromissbereitschaft und keine Fantasie für gemeinsame Lösungen. „Der Konflikt kann nur mit Vernunft am Verhandlungstisch gelöst werden. Dazu muss sich der Vorstand von Continental deutlich bis Mitte Januar bewegen“, sagt Ebenau.

Als „letzte Warnung“ bezeichnet Continental-Betriebsratsvorsitzende Anne Nothing daher auch den 24-Stunden-Warnstreik. Die Vorbereitungen für eine Urabstimmung und einen unbefristeten Streik hätten bereits begonnen. „Wenn es keine Zukunft für Babenhausen gibt, müssen und werden wir massiven Widerstand leisten. Wir schaffen die Werte für Continental und ohne uns läuft nichts.“

Sowohl Nothing als auch Daniel Bremm, zweiter Bevollmächtigter IG Metall Darmstadt, rufen die Beschäftigen auf, zuhause zu bleiben, um in der Corona-Pandemie unnötige Kontakte zu vermeiden. „Es gibt Streikposten, aber keine großen Versammlungen und Demonstrationen“, erklärt Bremm. Für Freitag ist von 13 bis 15 Uhr eine Online-Warnstreikversammlung geplant. „Arbeitskampf geht auch mit Abstand“, sei das Motto der Stunde. (Von Norman Körtge)

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