Acht Stationen mit „Leuchtspuren“

Corona-konformer Kreuzweg in Babenhausen

Die acht Stationen des ökumenischen Kreuzwegs haben Pfarrer Ferdinand Winter und Gemeindereferentin Claudia Czernek an der St. Josef-Kirche aufgebaut.
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Die acht Stationen des ökumenischen Kreuzwegs in Babenhausen haben Pfarrer Ferdinand Winter und Gemeindereferentin Claudia Czernek an der St. Josef-Kirche aufgebaut.

Ein Corona-konformer Kreuzweg ist an der katholischen Kirche St. Josef entstanden. An acht Stationen wird der Leidenwegs Jesu mit modernen Darstellungen skizziert.

Babenhausen – Mit großen Schritten geht es auf das Osterfest zu, das zweite in der Pandemie. Für viele Christen eine Zeit, in der sie sich mit der Passion Jesu beschäftigen, ihm nah sein und den Leidensweg auf der Via Dolorosa mit ihm gehen wollen.

Ein solcher Kreuzweg lädt nun auch neben der St. Josef Kirche zur Andacht und zum Beten ein und dazu „auf das Leid Jesu zu schauen“, wie Pfarrer Ferdinand Winter sagt. Diese Woche war der katholische Geistliche mit einem Hammer und Schutzhandschuhen ausgerüstet im Einsatz, um gemeinsam mit Gemeindereferentin Claudia Czernek an der zur Straße gewandten Seite der Kirche die acht Stationen des „Ökumenischen Kreuzweg der Jugend 2000“ aus dem Jugendhaus Düsseldorf in Form von acht Holzpfosten mit Bildern und Texten in die Erde zu schlagen.

Ein kleiner Wallfahrtsweg unter freiem Himmel und damit Corona-konform ist entstanden, der bis Ostern stehen bleibt. Die Pandemie mit ihren Einschränkungen, auch was das Gemeindeleben in der Fasten- und Passionszeit betrifft, war ein Grund für diese Aktion, die von Czernek Initiiert wurde. Denn von den Kirchengemeinden ist auch in diesem Jahr besondere Kreativität gefordert auf der Suche nach Wegen, den Gläubigen die Zeit vor Ostern jenseits großer Gottesdienste und Zusammenkünfte zu bereichern. „Wir bauen sonst vor Ostern keinen Kreuzweg an der Kirche auf, aber wegen Corona muss ja manches ausfallen oder findet unter erschwerten Bedingungen statt“, so die Gemeindereferentin, die eine interessante und eher ungewöhnliche Kreuzweg-Darstellung ausgewählt hat.

Die jetzt neben St. Josef aufgebaute moderne Abbildung des Leidenswegs unter dem Titel „Leuchtspuren“ fällt durch ihre eher abstrakt gehaltenen, farbintensiven Bildmotive aus dem üblichen Rahmen. Es bleibt Raum für eigene Interpretationen, auch wenn die Stationen Jesu auf seinem Leidensweg durch Überlieferungen der Bibel und der Tradition ja mehr oder weniger bekannt sind. Damit man sich in den acht Bildern des Jugend-Kreuzwegs nicht verliert, sind auf jeder Texttafel nicht nur die entsprechende Bibelstelle und ein Gebet zu finden, sondern auch eine so genannte „Sehhilfe“ als Interpretationsvorschlag für das Bild.

Wie traditionell üblich beginnt auch dieser Kreuzweg mit der Verurteilung Jesu durch Pontius Pilatus und mit der Grablegung Jesu endet er. Sonst sind es allerdings meist 14 Kreuzwegstationen, die in der Regel bebildert sind und seit Ende des 17. Jahrhunderts Bestandteil vieler Kirchen wurden. Heute fehlen sie in kaum einer katholischen Pfarrkirche. Auch in St. Josef zieren von Jugendlichen noch zur Zeit von Pfarrer Christian Dach, dem Vorgänger Winters, gemalte Stationen die Wände. (Petra Grimm)

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