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Achim Knick plant eine weitere Frankreich-Fahrt mit dem Fahrrad

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Mit E-Bike und vollgepackten Taschen will Achim Knick im Mai seine Frankreich-Fahrt vollenden. 24 Etappen sind geplant. Mitfahrer können sich bei ihm melden.
Mit E-Bike und vollgepackten Taschen will Achim Knick im Mai seine Frankreich-Fahrt vollenden. 24 Etappen sind geplant. Mitfahrer können sich bei ihm melden. © zkn

„Allein zu radeln, ist sehr schön, zu zweit hat es auch seinen Reiz, und zu mehreren gibt es viel Spaß. Jedenfalls dann, wenn dabei die Individualität der Einzelnen bewahrt wird, ohne die Gruppenharmonie zu gefährden.“ Das ist die weise Erkenntnis, die Babenhausens bekanntester Radfahrer Achim Knick bei seiner Frankreich-Tour im September gewonnen hat. Jetzt plant er die Fortsetzung der Fahrradreise.

Babenhausen - Achim Knick und seine Frau Sabine mussten beim ersten Anlauf wegen Magenproblemen vorzeitig umdrehen. Nach einer ausgiebigen Pause fuhren sie die Strecke mit dem Rad zurück, statt, wie geplant, mit dem Zug. Die restliche Gruppe – fünf Leute aus Ober-Roden, Babenhausen, Obertshausen, Jügesheim und dem Vogelsberg – erreichte derweil das Mittelmeer. Davor gab es Querelen, die das Fahren im Ensemble erschwerten.

Im Mai will Achim Knick endlich ebenfalls mit seinem E-Bike ans Mittelmeer. Allerdings nicht wie beim letzten Versuch ab zuhause, sondern zunächst mit dem Zug nach Bordeaux – und erst dann mit dem Rad an den kleinen Atlantik-Badeort Carcans Plage, 45 Kilometer nordwestlich der Großstadt in der Gironde-Mündung gelegen. Die eigentliche Tour soll aber in Royan, auch direkt am Atlantik, starten. Vor drei Jahren hatte Knick dort seine Frankreich-Umrundung – damals noch per normalem Mountainbike – unterbrochen, die er nun vollenden mag. Wie er schwärmt, nach einer „genialen Meeresfrüchteplatte“ am Abend und einem französischen Frühstück mit Café au Lait und Croissant am Morgen. An dem Morgen, an dem er vom Atlantik über einen weiten Bogen durch Toulouse zum Mittelmeer in Montepellier Plage und Saintes-Maries-de-la-Mer – dem Endziel der anderen im September – aufbrechen wird, bevor er zum Tourende nach Straßburg radelt. Im Gegensatz zu 2020 zäumt er das Pferd also sozusagen von hinten auf.

24 Tagesetappen zwischen 50 und 90 Kilometer sind von Royan bis Straßburg geplant und drei bis fünf Pausentage. Übernachtet wird entweder auf Campingplätzen, in Hotels, Pensionen oder über Warm Showers, dem B & B speziell für Radler. Interessierte Mitstrampler dürfen sich gern melden (velofex@gmx.de), sagt Knick und betont: „Diesmal werde ich aber nicht die Führung der Gruppe übernehmen.“ Das letzte Mal wollte er das zwar genauso wenig, ließ sich jedoch später überreden.

Und noch etwas soll anders verlaufen als im Frühherbst: Vor der Tour will der 61-Jährige genau hinschauen, wer zu ihm und seiner Radel-Einstellung passt und wer nicht. Sein Ziel ist nicht das Fressen von Kilometer oder das unbedingte Ankommen, sondern das Fahren an sich. Oder wie er es ausdrückt: „Das Genießen der Landschaft inklusive gemütlicher Stopps, um mit Kultur, Land und Leuten in Kontakt zu kommen. Gut gelaunt, erholt und voller Energie.“ Nicht umsonst ist das Motto: „Starten mit einem Glas Wein in Bordeaux.“

Weinanbau-Gebiete, durch die die Reise führt, sind neben dem Bordeaux mit seinen 3 000 Châteaus die Regionen Cognac, Sue-Quest, Languedoc-Roussillon, Vallee du Rhône, Burgund, Jura und Elsass. „Und natürlich haben wir Zeit für Weinproben“, verspricht der Feinschmecker augenzwinkernd. Ansonsten geht es ohne innere Umdrehungen immer am Wasser entlang – seien es Atlantik und Mittelmeer oder Kanäle und Flüsse wie beispielsweise die Garonne, die Rhône oder der Rhein-Rhône-Kanal. „Am Wasser zu fahren, ist meistens einfacher. Es gibt keine relevanten Steigungen, wenig Verkehr, gute Ausschilderungen und in der Regel asphaltierten Untergrund“, erzählt er. „Einfach entlang der Wasserlinie, und der Pilgermodus ist schnell erreicht!“

Apropos Pilgern: Pilgern per birotam (zu Deutsch: mit dem Rad) statt per pedes, Wall-Radfahrt oder der an Pontifex angelehnte Spitzname Velofex, den sich Knick auf der Tour-Planungssoftware Komoot selbst verpasst hat – alles sind Begriffe, die verdeutlichen, was für ihn diesem mehrwöchigen Fahrradurlaub zugrunde liegen soll. Der Hergershäuser hofft auf eine Art spirituellen Funken, der überspringt und dessen Wirkung über die Zeit hinweg erhalten bleibt. Dabei denkt er nicht unbedingt an Religiosität, sondern vielmehr an Persönlichkeitsentwicklung, an gesellige Gemeinschaft und an Völkerverständigung oder auch an einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Kurz gesagt: an ein bewussteres Leben, das im Gedächtnis bleibt und vielleicht auf genussvolle Weise ein wenig klüger macht. Wer weiß, vielleicht klappt das ja im neuen Jahr. Es ist auf jeden Fall ein edler Vorsatz. Bon courage et bonne année!  (zkn)

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