Daniela Kambor berät zur Sicherheit von Babys und Kleinkindern

Eine Info-Box für junge Eltern in Babenhausen

Bereits 70 Mal hat Daniela Kambor Babenhäuser Eltern von Neugeborenen eine Baby-Info-Box überreichen dürfen.
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Bereits 70 Mal hat Daniela Kambor Babenhäuser Eltern von Neugeborenen eine Baby-Info-Box überreichen dürfen.

Babenhausen – Gitter vor der Treppe, ein Schutz vorm Berühren der heißen Herdplatte, kindergesicherte Steckdosen – die eigene Wohnung gleicht oft einem Hochsicherheitstrakt, sobald sich Nachwuchs ankündigt. Alles schön, gut und sinnvoll, findet Kindersicherheitsexpertin Daniela Kambor. Und doch sei etwas noch wichtiger: Das beaufsichtigte Einbinden des Kindes in den häuslichen Alltag – und zwar möglichst früh. „Auch ein Zweijähriger kann schon auf einem Hocker stehend Salat waschen“, sagt sie.

Je eher Kinder verstehen lernen, was wie und wo vor sich geht, und die Eltern ihr Wissen um mögliche Gefahren altersgerecht weitergeben, desto besser. Kambor, selbst Mutter von zwei fünf und neun Jahre alten Mädchen, spricht aus Erfahrung: „Wenn dieses Verständnis mal zuverlässig funktioniert, kann man quasi alles offenlassen.“ Im Gegenzug würden die besten Sicherheitsvorkehrungen nichts nützen, wenn ein Kind unvorbereitet bei den Nachbarn oder den Großeltern plötzlich mit dem daheim Weggesperrten konfrontiert werde. Wissen ist also das A und O in Sachen Sicherheit.

Und genau das ist es, was die 41-jährige Expertin mit Zertifikat in den Workshops ihres Coaching-Unternehmens Mykidssafe zu vermitteln versucht: Wie bereite ich mein Kind vor, damit sich das Risiko minimiere. Natürlich habe alles seine richtige Zeit, abhängig von den Entwicklungsstufen des Kindes. Erst mal müsse sich dessen Sichtfeld, sein Hörverständnis und sein Reaktionsvermögen ausbilden. Ein Gefahrenbewusstsein haben Kinder zum Beispiel frühestens ab vier. Kambors Zielgruppe sind also Eltern mit Kids bis zum Vorschulalter.

Neben Präventionskursen im Einzel- und Gruppengespräch – Corona bedingt zurzeit nur online – kommt sie auch für Hausbegehungen. Interessiere diese nur der Aspekt, welche Veränderungen im Haushalt getroffen werden sollten, bleibe der Besuch kostenfrei. Das kompensiere Kambor über den Verkauf geeigneter Nachrüst-Produkte. Und für den Fall, dass das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, bietet sie auf kleine Patienten ausgerichtete Erste-Hilfe-Kurse an.

Die Baby-Info-Box: „Willkommen kleiner Erdenbürger“

In diesem Jahr hat Daniela Kambor die Baby-Box, ein kostenloses Willkommenspaket für Eltern von Neugeborenen in Babenhausen, ins Leben gerufen. Daheim in ihrem Büro bestückt sie die Boxen in ehrenamtlicher Arbeit. 70 Stück waren es bislang. Drinnen sind Infomaterialien, Gutscheine und gesponsorte Geschenke wie eine komplett ausgestattete Wickeltasche der Babenhäuser Firma Lässig oder ein Bilderbuch des ortsansässigen Buchladens Auslese. Gesamtwert rund 120 Euro. Ran an ihre Box kommen die Eltern folgendermaßen: Die Stadtverwaltung schreibt die frisch gebackenen Mamas und Papas an, und diese haben dann die Möglichkeit, das Paket zu bestellen. Zu Corona-Zeiten läuft die Lieferung kontaktfrei ab. Ein zusätzlicher Service, eine Beratung von Kambor rund ums Kind findet auf Wunsch per Telefon statt. 2021 will die Stadt das Projekt weiterführen. Kambor soll einen Raum als Lager und neue Packstelle bekommen. Interessierte zukünftige Eltern melden sich bei Lora Seel im Rathaus: 06073 60240 oder lora.seel@babenhausen.de.  (zkn)

2016 hat die Rechtsanwaltsfachangestellte nebenberuflich mit ihrer Selbstständigkeit angefangen, damals noch an einem statt an zwei Tagen die Woche und als allgemeine Beratungsagentur für Schwangere. 2017 absolvierte sie die Ausbildung zur Kindersicherheitsexpertin, angeboten von der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ und der Deutschen Akademie für Prävention und Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter.

Und das war dringend nötig, wie sie meint. Denn die Statistik spreche für sich. 1,8 Millionen schwere Unfälle von Kindern bis zu fünf Jahren gebe es jährlich in Deutschland. „80 Prozent der Unfälle der bis Zweijährigen passieren zu Hause“, betont sie. Mindestens 60 Prozent davon ließen sich verhindern. Stürze seien bei Kleinkindern am häufigsten.

2019 ist Kambor von der Prüfgesellschaft Dekra für ihren Einsatz in Sachen Haussicherheit mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet worden. Das hat sie noch weiter angespornt. Denn Überzeugungsarbeit ist immer wieder zu leisten – auch wenn Eltern beim dritten Kind bereits sicherheitstechnisch gut ausgestattet sind. „Die Eltern können ja nicht überall sein, und ihre Aufmerksamkeit ist geteilt.“

Ein anderes Problem: Kleinteile. Damit nichts falsch in den Rachen kommt, empfiehlt sie einen genormten Testbehälter. Alles, was da reinfällt und deckend abschließt, könne verschluckt werden. Kleine Batterien, einzeln verpackter Traubenzucker oder Flaschendeckel – happ, und sie sind weg. Und danach beginnt der Albtraum. Zum Beispiel, wenn der Kleber der Lasche von leeren Taschentuchpäckchen sich in der Speiseröhre festsetzt. (zkn)

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