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Altstadtfest Babenhausen feiert Neustart nach Corona

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Auf dem verkleinerten Nachbau eines Dampftraktors aus dem Jahr 1910, den Stefan Domek steuerte, drehten die kleinen Besucher begeistert einige Runden.
Auf dem verkleinerten Nachbau eines Dampftraktors aus dem Jahr 1910, den Stefan Domek steuerte, drehten die kleinen Besucher begeistert einige Runden. © Grimm

Ganz spurlos ist die Pandemie und die zweijährige Zwangspause am großen Freiluftfest der Babenhäuser Vereine nicht vorbeigegangen.

Babenhausen - „Es war sehr schwer, alles wieder auf die Beine zu stellen“, sagte Helmut Fendt, der Vorsitzende des Vereinsgremiums, das die zweitägige Partymeile seit 43 Jahren aufs Pflaster des historischen Stadtkerns bringt.

So hatten acht Marktbeschicker noch kurzfristig abgesagt. „Die Händlermeile in der Schlossgasse ist deshalb jetzt leer“, sagte Fendt. „Früher hatte ich für solche Fälle noch ein paar Interessenten in Reserve, aber inzwischen nicht mehr. Dieses Jahr kommen wir nur auf etwa 30 Stände, darunter zehn oder zwölf Vereine“, sagte er. Vor der Pandemie waren es rund 50 Stände.

Von den Vereinen haben in diesem Jahr auch drei nicht mehr mitgemacht, andere haben ihr Programm verkleinert. Ein Problem ist schon länger die Überalterung der Mitglieder in vielen Vereinen, wodurch helfende Hände fehlen. Aber trotz aller Widrigkeiten, wozu an diesem Wochenende auch der verregnete Samstag gehörte, wurde den Gästen mit Unterstützung der Stadt und der Gewerbetreibenden wieder viel geboten: Live- und DJ-Musik, ein verkaufsoffener Sonntag, kulinarische Angebote oder auch Straßenkünstler. Bei der Feuerwehr dampfte die Feldküche und in der Stadtmühle hatte Lothar Ewald seine große Legoeisenbahn aufgebaut, mit der die Kinder spielen durften.

Der Kinderchor der Eintracht entzückte auf der Bühne des Turnvereins Babenhausen.
Der Kinderchor der Eintracht entzückte auf der Bühne des Turnvereins Babenhausen. © -

Ein Magnet war die Oldtimer-Ausstellung der Traktorfreunde Babenhausen, die neben historischen Treckern und anderen Fahrzeugen auch alte Maschinen, darunter eine fahrbare Bandsäge aus dem Jahr 1927, bei der Arbeit präsentierten. Aus der ganzen Umgebung kamen Traktorbesitzer mit ihren Schmuckstücken angerollt. Ein Teilnehmer aus Österreich war auch dabei. Er hatte sein historisches Gefährt aber aufgeladen und so nach Babenhausen verfrachtet.

Organisator Reinhard Geißler und sein Team erschufen hinter der Stadtmühle wieder eine eigene Welt, in der es an einigen Stellen brummte, zischte und dampfte. Menschen mit ausgefallenen Hobbys oder Sammelleidenschaften waren hier zu finden. Beispielsweise eine Gruppe Männer aus dem Odenwald, der Bergstraße und Babenhausen, die alte Dampftraktoren in verschiedenen Maßstäben nach alten Bauplänen nachbauen. Mit einem mit Kohle beheizten Modell eines englischen Dampftraktors im Maßstab 1:3 aus dem Jahr 1910 fuhr Stefan Domek die sichtlich begeisterten kleinen Besucher einige Runden.

Für offene Münder sorgten die sich meist bewegenden Ausstellungsstücke, darunter ein Riesenrad und eine Zeichenmaschine, von Rudolf Müller und seinen Kollegen aus dem „Freundeskreis Metallbaukasten“. „Dürfen wir das anfassen?“ war die höfliche Standardfrage aus den Kinderrunden.

An der Feldküche der Feuerwehr waren Siegfried Kinz (von links) , René Beck und Jürgen Blümler im Einsatz.
An der Feldküche der Feuerwehr waren Siegfried Kinz (von links) , René Beck und Jürgen Blümler im Einsatz. © Grimm

Den Rauchwolken und dem Knattern folgend war nicht weit entfernt der Babenhäuser Marcel Schlag (19) mit seiner Sammlung von zehn Stationärmotoren aus den 1930er bis 1950er Jahren zu finden. Seit er klein ist begleitet er seinen Vater zu den Traktorfreunden. Einen alten Trecker konnte er sich noch nicht leisten, erzählt der KFZ-Mechatroniker-Azubi. Deshalb ist er bei den historischen Motoren gelandet, die er selbst in Stand setzt.

Zum Fest-Neustart waren auch die Bürgermeister der Partnerstädte Bouxwiller und Lichtentanne, Patrick Michel und Tino Obst, mit Delegationen angereist. Offiziell eröffnet wurde am Weinstand der SG Rot-Weiss. Helmut Fendt und Handballer-Vorsitzender Caner Adanir begrüßten außerdem den Ersten Kreisbeigeordneten Lutz Köhler, Bürgermeister Dominik Stadler und den neuen Gewerbevereinsvorsitzenden Klaus Schmitt. (Petra Grimm)

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