Alles unter einem Dach

Medizinisches Versorgungszentrum öffnet Anfang Dezember

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In dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Michelsbräu an der Fahrstraße – im Hintergrund ist die markante Backsteinfassade des Sudhauses zu sehen – wird Dr. Abrar Mirza das Medizinische Versorgungszentrum etablieren.

Babenhausen - Die Tage von Dr. Abrar Mirza und seinem Team im Storchenweg sind gezählt. Am 23. November schließt die Hausarztpraxis im Wohngebiet Ost. Für immer. Der 38-jährige Allgemein- und Notfallmediziner bleibt der Gersprenzstadt aber erhalten. Anfang Dezember eröffnet er auf dem ehemaligen Michelsbräu- Gelände ein Medizinisches Versorgungszentrum. Von Norman Körtge

Von gut 70 im Storchenweg auf 550 Quadratmeter an der Fahrstraße – das will geplant sein. Und Dr. Abrar Mirza hat sich viele Gedanken gemacht, wie er sein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) strukturieren möchte. Auf seinem Schreibtisch in der Praxis im Wohngebiet Ost hat der Allgemeinmediziner die Grundrisse der drei Geschosse des ehemaligen Michelsbräu-Gebäudes ausgebreitet. „Ich möchte etwas aufbauen, mit denen ich in den nächsten 30 Jahren gut leben kann“, erzählt der 38-Jährige, der vor ziemlich genau zwei Jahren die kleine Praxis von Dr. Neptuen Öztoprak übernahm. Wobei die Pläne des jungen Familienvaters, was die medizinische Versorgung in Babenhausen und Umgebung angeht, eher einer überaus bedeutenden Weichenstellung gleichkommt.

Denn mit in die Fahrstraße 83 zieht nicht nur die seit Anfang des Monats im Storchenweg tätige Gabriele Kehl, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie. Insgesamt bietet das MVZ Platz für bis zu zehn Ärzte. „Die werden sicherlich nie alle zur gleichen Zeit da sein“, erklärt Mirza. Während im Erdgeschoss mit seinen großzügigen Empfangsbereich (Stichwort Diskretion), einem Schnelldiagnosezimmer (für Angelegenheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen) und den drei Behandlungszimmern die hausärztliche Versorgung beheimatet ist, befinden sich im ersten Stock die Fachärzte. Rheumatologie, Kardiologie (Herz), Pneumologie (Lunge) und Diabetologie sind dort angesiedelt. Mit einer chirurgisch-orthopädischen Klinik steht Mirza derzeit noch in Verhandlungen betreffend einer Kooperation. „Es sieht gut aus“, meint er. Im ersten Stock werden dann auch die Ultraschalluntersuchungen stattfinden können, Belastungs-EKGs, Lungenfunktionstests und Stoßwellentherapie durchgeführt werden. Der Clou: Hausarzt und Fachärzte sind nicht nur unter einem Dach, sie sind auch vernetzt. Sie alle können jeweils auf die Patientenakte zugreifen.

Sein nach eigenen Aussagen gutes Netzwerk zu anderen Ärzten habe Mirza geholfen, das MVZ mit Personal auszustatten. Dabei greift er auf seine Zeit in Hanau zurück. Bevor er 2016 nach Babenhausen kam, arbeitete er zwei Jahre am Klinikum und fünf Jahre in einer niedergelassenen Praxis.

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In der Gersprenzstadt war er zunächst für die rund 2800 Patienten seines Vorgängers zuständig. Seit Anfang Oktober ist sein Team auch für die zirka 1500 Patienten von Dr. Schuck (Sophie-Kehl-Weg) zuständig, der in den Ruhestand gegangen ist (wir berichteten). In Zukunft werden es wohl noch mehr werden. Denn ein MVZ darf theoretisch nicht nur so viele Patienten aufnehmen, wie es behandeln kann, sondern es können auch unbegrenzte Ärzte angestellt werden. Unzweifelhaft Vorteile.

Hinter Mirza liegen bereits einige – neben seiner Arbeit als Hausarzt – intensive Monate. Im Oktober 2017 kaufte er das ehemalige Michelsbräu-Gebäude, im März erhielt er die Baugenehmigung. Seitdem wird im zukünftigen MVZ gewerkelt. Vor wenigen Tagen ist das Gerüst abgebaut worden, Ende November wird es bezugsfertig sein. Zirka 2,7 Millionen Euro sind dann – inklusive Kaufpreis – investiert worden. Für den 3. Dezember ist der erste Praxistag geplant. Die Praxis im Storchenweg schließt des Umzugs wegen bereits am 23. November.

Im MVZ wird auch alternative asiatische und orientalische Medizin angeboten: Akupunktur, Blutegeltherapie und Schröpfen. Darüber hinaus wird Mirza eine Versorgung durch sogenannte Verah- oder Näpa-Kräfte aufbauen. Dabei handelt es sich um qualifiziertes Praxispersonal, das Hausbesuche vornimmt und dabei auch Blutproben entnehmen darf.

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