Grundschüler werden aufgeklärt

Auch das Wort „Porno“ fällt

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Medientrainer Jörg Kabierske sensibilisiert die Grundschüler der Schule im Kirchgarten für die Gefahren, die im Internet oder in sozialen Netzwerken lauern können.

Babenhausen - Medientrainer Jörg Kabierske kommt viel herum. Der Initiator der Internetseite www.klicksalat.de und Trainer des Kinderschutzprogramms KidsPro klärt Kinder- und Jugendliche über die digitale Welt auf. Diese Woche in der Grundschule im Kirchgarten.

Es handelt sich um ein schwieriges und sperriges Thema, mit dem sich die Drittklässler der Schule im Kirchgarten diese Woche beschäftigen. Es geht um die Sicherheit bei der Nutzung des Internets und des Smartphones, über die Jörg Kabierske aus Regensburg vor den Grundschülern referiert.
Die Kinder gehen eifrig mit, interessieren sich für die gezeigten kurzen Filme, haben aber auch eigene Erfahrungen beizusteuern. Kabierske will den Kindern Sicherheit bei der Nutzung von Apps und sozialen Netzwerken geben und hat dafür viele Tipps parat. Es geht auch um ganz Grundsätzliches wie das Recht am eigenen Bild. Beeindruckt zeigen sich die Schüler von einem erfundenen Film, in dem ein Junge auf großen Fotos immer wieder ganz öffentlich mit anderen Freundinnen gezeigt wird. Zum Schluss ist die ganze Stadt mit den Fotos plakatiert. Der Medientrainer versucht den Kindern damit begreiflich zu machen, dass im Internet noch viel mehr Menschen als in einer einzelnen Stadt die Fotos, die beispielsweise bei Facebook hochgeladen wurden, sehen können. Und er warnt: Diese Fotos verschwinden wahrscheinlich nie wieder völlig aus dem Netz.

Lehrer Nils Falke betreut die Veranstaltung. Schon seit Jahren würden die Drittklässler einmal jährlich über die Sicherheit im Internet aber auch die Gefahren der Nutzung des Word Wide Web aufgeklärt. Viele hätten Handys und Smartphones, diese seien selbst bei den Grundschülern schon selbstverständlich. Bereits in der ersten und zweiten Klasse arbeiten die Kirchgartenschüler mit ersten Lernprogrammen am Computer. In der vierten Klasse können sie ihre Computer und Internetkenntnisse dann in einer PC-AG vertiefen. Die Handynutzung ist allerdings in der Grundschule verboten, auch in der Pause auf dem Schulhof. Falke kann über keine größeren Probleme mit dieser Regelung berichten.

Medientrainer Kabierske scheut sich auch nicht, heikle Themen anzusprechen. Auch das Wort „Porno“ fällt und Kabierske gibt den Kindern den Tipp sich solche Filme und Bilder, ebenso wie Szenen, die Gewalt gegen Menschen oder Tiere zeigen, nicht anzuschauen. „Ihr könnt gehen und sogar denjenigen anzeigen, der euch dazu bringen will, so etwas zu sehen“, erklärt er den Kindern.

Auch die global Video-Community „musical.ly“, die viele Erwachsene gar nicht kennen dürften, vielen Kindern aber sehr wohl ein Begriff ist, wird von Kabierske angesprochen. Er warnt die Kinder, dort selbst produzierte Videos über eine Handykamera einzustellen. Als Negativbeispiel zeigte er, wie Simon Desue, ein sogenannter Unterhaltungskünstler, sich über eingeschickte Videos von Kindern lächerlich macht. Die Kinder, die diese Videos schickten, hielten sich meist für megacool, reizten andere aber häufig nur zum darüber Lachen.

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Kabierske hatte aber nicht nur Negativbeispiele, sondern empfahl den Grundschülern auch einige Webseiten, die für sie geeignet seien. Darunter seien Klexikon, ein Wikipedia für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Die Texte hierbei seien in der Regel von Kindern geschrieben. Die Suchmaschine „Blinde-kuh.de“ empfiehlt der Medientrainer ebenfalls, der Jubel der Kinder zeigt, dass viele von ihnen diese Seite schon kennen. Ganz viele Arme gehen nach oben, als Kabierske fragt, wer diese Seite schon genutzt hat. (zba)

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