Stadtradeln in Babenhausen, Münster und Eppertshausen

Auto stehen lassen und in die Pedale treten

Diese sechs kleinen und großen Radfahrer wollen in der extra für Familien angelegten Gruppe teilnehmen.
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Diese sechs kleinen und großen Radfahrer wollen in der extra für Familien angelegten Gruppe teilnehmen.

Der Countdown läuft. Noch knapp ein ein Monat ist Zeit, sich zu registrieren. Und am Montag, 6. September, wird losgestrampelt in Babenhausen. Genauso wie in Münster und in Eppertshausen. Das Stadtradeln beginnt. Ein Wettbewerb, bei dem deutschlandweit Kommune gegen Kommune im Kilometersammeln gegeneinander antreten.

Babenhausen/Münster/ Eppertshausen – Konkurrierend um Rang, Preis und Prestige zwar, aber doch gemeinsam im umweltfreundlichen, CO2-mindernden Gedanken. 2008 hat den Wettbewerb rund ums Fahrrad der weltweit agierende Verein Klimabündnis auf den Weg gebracht.

Zwischen dem 1. Mai und dem 1. Oktober kann jede teilnehmende Kommune ihre Bürger für 21 Tage mobilisieren, sich in einem Team anzumelden und Kilometer für den guten Zweck und ein gutes kommunales Abschneiden zu fahren. E-Bikes zählen genauso wie der gute alte Drahtesel, und sogar die Wahl der Kommune bleibt einem selbst überlassen: Engagiert sich ein Eppertshäuser beispielsweise in einem Münsterer Verein, darf er in dessen Team für die Nachbargemeinde antreten. Im Oktober folgt die Auswertung. Babenhausen, Eppertshausen und Münster haben also die Chance, quasi im letztmöglichen Zeitraum – vom 6. bis zum 26. September – das Feld von hinten aufzurollen.

Bisher haben sich in Babenhausen 35 Menschen in 13 Teams registrieren lassen, Eppertshausen bietet 25 Radelnde in sieben Teams auf, und in Münster sind es erst fünf in zwei Teams.

Parlamentarier haben übrigens eine separate Kilometer-Wertung. Denn sie sind die Entscheidungsträger, wenn es sich um Rad-Infrastruktur und praktischen Klimaschutz vor Ort dreht, sagt das Klimabündnis. Ein Grund mehr für die Volksvertreter im Kleinen, beim Stadtradeln die Lenkerperspektive einzunehmen und so am eigenen Leib zu erfahren, wo die Heimatgemeinde schon fahrradfreundlich ist und wo nachgebessert werden muss. In Babenhausen haben sich im Moment zwei von 37 Parlamentariern eingetragen, in Eppertshausen drei von 23 und in Münster noch keiner. Löblich: In Eppertshausen stellt die Gemeindeverwaltung das Team Eppi mit acht Teilnehmern auf die Beine.

Damit es die Kommunalpolitik in Zukunft leichter hat, bietet das Klimabündnis die Bürgerbeteiligungsplattform „RADar!“ an. Dort können Radelnde Schlaglöcher oder unübersichtliche Verkehrsführung direkt über eine digitale Straßenkarte melden. Und noch etwas ist geplant. Verwenden die Teilnehmer die Stadtradel-App, um ihre gefahrenen Kilometer zu zählen, werden die zugrunde liegenden Strecken anonymisiert an die Technische Universität Dresden zu Auswertungszwecken weitergeleitet. „Wo wie viel und wie schnell fuhren unsere Bürger, wo ist der Radverkehrsfluss verlangsamt“ – dies nützliche Wissen sollen die Kommunen später an die Hand bekommen.

Anmelden und Kilometer sammeln

Anmelden funktioniert unter stadtradeln.de/Kommune, wobei für „Kommune“ entweder „babenhausen“, „eppertshausen“ oder „muenster-hessen“ eingesetzt werden muss. Jeder hat die Wahl, einem Team beizutreten oder eine eigene Mannschaft zu gründen (zwei Leute genügen). Dem stets vorhandenen „Offenen Team“ darf jeder beitreten.

Und so sammelt man seine Kilometer: Jeder zwischen dem 6. und dem 26. September zurückgelegte Kilometer kann online ins Kilometerbuch (login.stadtradeln.de) eingetragen oder direkt über die Stadtradel-App (stadtradeln.de/app) getrackt werden. Wo man dabei die Kilometer zurücklegt, ist nicht relevant. Radelnde ohne Internetzugang melden sich bei den lokalen Koordinatoren. Für Babenhausen: Achim Knick (0151 54333380) und Manfred Nodes (0178 8233771); Eppertshausen: Lutz Murmann (06071 300940); Münster: Frank Nierula (06071 3002109). (zkn)

Babenhausen, dieses Jahr wie Eppertshausen das erste Mal beim Stadtradeln dabei, lobt auch intern Preise aus. Dem jüngsten und dem ältesten Teammitglied, dem fleißigsten Team oder der engagiertesten Familie winken zum Beispiel Eiskugeln beim Eiscafé Galileo, ein Gutschein vom Zweiradshop Niederhofer, ein Fahrradtraining der Bikerei Umstadt oder ein paar hundert Babenhäuser Batzen von der Stadt. Münster, zum vierten Mal dabei, setzt für Vereine und Schulklassen auf einen finanziellen Anreiz und für Privatleute, die mehr als 200 Kilometer schaffen, auf Gutscheine im Gesamtwert von 250 Euro, unter anderem von Adams Radladen.

Newcomer wie Eppertshausen und Babenhausen nehmen in ihrer Größenklasse außerdem an einer Extrawertung teil. Zudem darf jede Kommune bis zu fünf sogenannte Stadtradeln-Stars ins Rennen zu schicken. Diese erklären sich vor dem Start bereit, in den 21 Tagen auf ihr Auto zu verzichten. Machen sie mit ihrem Rad ordentlich Strecke, können sie Sonderpreise vom Klimabündnis einheimsen. Zurzeit hat sich in heimischen Gefilden noch kein zukünftiger Star blicken lassen. (zkn)

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