Stadtparlament lehnt Antrag ab

Alte Schule bleibt auf Verkaufsliste

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Als Treffpunkt für Sickenhöfer ist die Alte Schule nach der jüngsten Stadtverordnetenversammlung aus dem Spiel. Am Wochenende nutzte die Feuerwehr das Gebäude allerdings für eine Übung.

Sickenhofen - Aus ungewohnter Position sprach Stadtverordnetenvorsteher Friedel Sahm (CDU) in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung zum Plenum. Nicht von seinem Platz, sondern er stand Rednerpult aus.

Und er redete nicht als höchster Repräsentant der Kommune, sondern als Sickenhöfer. Gemeinsam mit CDU-Kollegin Hannah Cordier hatte er, wie berichtet, einen Antrag zur Alten Schule in Sickenhofen eingereicht, mit dem Ziel, das Gebäude „bis auf Weiteres“ von der in der Mai-Sitzung vom Stadtparlament mehrheitlich beschlossenen Liste der zu verkaufenden städtischen Immobilien zu nehmen.

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Sahm warb um Zustimmung für den nach den Ausschusssitzungen – in denen es jeweils keine Mehrheit für das Anliegen gab – modifizierten Antrag. Kernpunkt: Das 1870 erbaute Backsteingebäude soll jungen wie alten Sickenhöfern zukünftig als Treffpunkt dienen. Seit Jahren wird für den Erhalt unter anderem beim vom CDU-Freundeskreis organisierten Spargelfest dafür gesammelt. Im Oktober 2013 hatte eine Bürgerinitiative eine Liste mit 753 Unterschriften an die damalige Bürgermeisterin Gabriele Coutandin übergeben. Sahm und Cordier wollten mit ihrem Antrag nun erreichen, dass ein Arbeitskreis eingesetzt wird, der den Bedarf für Jugendliche und Senioren eruiert.

Dem entgegnete SPD-Fraktionsvorsitzender Jörg Kurschildgen, dass der Sickenhöfer Ortsbeirat jahrelang Zeit dafür gehabt hätte, sich Gedanken darüber zu machen, dies aber nicht passiert sei. FDP-Fraktionschef Manfred Willand sprach von einer Verzögerungstaktik. Bürgermeister Joachim Knoke (SPD) verwies auf vorhandene Räumlichkeiten – etwa beim Fußballverein und der Freiwilligen Feuerwehr. Außerdem werde die Friedel-Wiesinger-Halle derzeit brandschutztechnisch auf den neuesten Stand gebracht.

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Mit 19 Nein-Stimmen – bei 14 Ja-Stimmen, vor allem aus den Reihen der CDU – wurde der Antrag abgelehnt.

In den Mittelpunkt rückte die Alte Schule dann bereits wieder am Sonntag. Die Freiwillige Feuerwehr hatte zum Spritzenhausfest geladen und stellte dabei auch ihre Einsatzfähigkeit unter Beweis. Das Tagesmotto lautete „Hurra, die Schule brennt“, denn angenommen wurde ein Brand in dem Gebäude, bei dem die imaginären Handwerker auch der starken Rauchentwicklung ausgesetzt waren. Wehrführer Markus Wagner erläuterte im Beisein von Stadtbrandinspektor Achim Frankenberger über Lautsprecher den Übungsablauf. Jeweils fünf Aktive und fünf Jugendliche, darunter auch zwei Mädchen, bekämpften den Brand und mussten auch mit Atemschutz ins Haus vordringen. Schließlich war nach etwa 30 Minuten der Brand gelöscht und die „Verletzten“ versorgt, denn einige der Aktiven sind auch ausgebildete Sanitätskräfte.

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Das Spritzenhausfest hatte bereits am Samstagabend mit einem „locker Bierchen“ und Gegrilltem begonnen. Am Sonntagmorgen folgte der Gottesdienst. Nach der Feuerwehrübung trafen auch viele Familien zum Mittagstisch ein, genossen Kaffee und Kuchen und feierten noch ausgiebig bis in den späten Abend hinein. -   nkö/zwk

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