Aufräumarbeiten im Wald gehen jetzt erst los

Gefährlicher Job im Forst

+
Die Besatzung eines Polizeihubschraubers hat dieses Foto von den umgestürzten Bäumen entlang der L3116 zwischen Babenhausen und Schaafheim gemacht. 

Babenhausen - Diesen Herbstanfang werden vielen Babenhäuser so schnell nicht vergessen. Sturmtief „Fabienne“ deckte am Sonntagabend innerhalb weniger Minuten zahlreiche Hausdächer ab und knickte unzählige Bäume um. Die Spuren der Zerstörung sind vielfach. Von Norman Körtge

Die Kastanie im Herigar-Sinnengarten ist umgeknickt.

Sonnenschein und strahlend-blauer Himmel – der Herbst hat sich in den zurückliegenden Tagen von seiner besten Seite präsentiert. Kein Vergleich zu Sonntagabend, als der erste Herbststurm der Saison eine Schneise der Verwüstung durch die Stadt zog und – wie berichtet – im Nachgang die Feuerwehren stundenlang mit Aufräum- und Sicherungsarbeiten beschäftigte. Auch Tage danach sind noch nicht alle Schäden absehbar.

  • Forst: Wie es im Wald aussieht, kann Dieburgs Forstamtsleiter Ronny Kolb auf Anfrage am Donnerstagvormittag noch gar nicht so genau sagen – weil er und seine Mitarbeiter auch aufgrund nicht passierbarer Waldwege bislang sich kein Schadensbild machen konnten. „Wir arbeiten eine Handlungskaskade ab“, berichtet Kolb über das Vorgehen. Und ganz oben steht dabei, öffentliche Straßen von umgestürzten Bäumen freizumachen. Mit der L3065 (Babenhausen-Langstadt) und der L3116 (Babenhausen-Schaafheim) waren gleich zwei Straßen stark betroffen. Erstere konnte am Dienstagmittag wieder freigegeben werden, die Verbindung nach Schaafheim gar erst am Mittwochnachmittag. Es werde wahrscheinlich noch zwei Wochen dauern, bis Kolb eine Sturmbilanz ziehen kann. Bis dahin haben die Forstmitarbeiter einen gefährlichen Job zu erledigen, da die umgestürzten Bäume unter großer Spannung stehen können. Daher finde heute noch einmal eine Extra-Unterweisung statt, wie Kolb mitteilt. Er warnt eindringlich davor, in den nächsten Tagen die Wälder zu betreten.

P Tierheim : Schwer gebeutelt worden ist auch das Tierheim zwischen der Kernstadt und Harreshausen. Das Dach vom Katzenfreilauf wurde heruntergerissen, die Scheibe der Tür zum Kleintierhaus hat es nicht überlebt und auch die im Aufbau befindliche Hundequarantäne wurde zerstört, berichtet Vereinsvorsitzende Beate Balzer zu Wochenbeginn. Mittlerweile habe sich herausgestellt, dass auch das Dach vom Kleintierhaus einsturzgefährdet ist. Provisorisch sei mittlerweile alles abgesichert. Auf Hilfe ist der Verein aber angewiesen: „Wer uns mit Material- oder sonstigen Spenden helfen möchte, kann sich gerne an uns wenden. Auch für solche Fälle – nicht nur die Versorgung der Tiere – werden immer wieder Gelder benötigt“, so Balzer. Wer helfen kann, schreibt eine E-Mail an info@ tierheim-babenhausen-hessen.de.

Sturmtief „Fabienne“: Schäden in Südhessen in Bildern

  • Herigar-Sinnengarten: Am morgigen Samstag, 29. September, – ab 14.30 Uhr geöffnet – endet die Gartencafé-Saison bei Herigar, Rodgaustraße 16 in Hergershausen. Dann können auch die Sturmschäden begutachtet werden. Wie Vorstandsmitglied Maren Gatzemeier berichtet, haben die Sturmböen auch die Alte Schule nicht ungeschoren gelassen. Die Dächer von Haupthaus und Querbau wurden beschädigt und im Sinnengarten wurde die rote Kastanie ein Opfer des Sturms. „Zum Glück blieb die Rundbank weitgehend unbeschädigt“, teilt Gatzemeier mit.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare