Harreshäuser Allee

Schwindelfrei und mit Säge

In luftiger Höhe stutzen Mitarbeiter der beauftragten Firma Baumkronen entlang der Harreshäuser Allee.
+
In luftiger Höhe stutzen Mitarbeiter der beauftragten Firma Baumkronen entlang der Harreshäuser Allee. 

Die Städtischen Bäume in Babenhausen werden auf ihre Verkehrssicherheit geprüft. Schwindelfrei muss man für diesen Job unbedingt sein.

Babenhausen – In roter Farbe steht die Zahl 453 an dem Baum an der Harreshäuser Allee. Es ist eine Winterlinde, lateinischer Name Tilia cordata. So steht es auch in den Unterlagen, die Nils Zinke in der Hand hält. „Kronenreduktion“, liest und sagt der Fachagrarwirt Baumpflege und Abteilungsleiter der Firma F. Landau aus Bad Vilbel. Es ist das Ergebnis eines Gutachters, der vor Kurzem turnusmäßig die städtischen Bäume auf ihre Verkehrssicherheit überprüft hat. Heißt: Geht von ihnen eine Gefahr für Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer aus, weil sich viel Totholz an den Ästen befindet oder im schlimmsten Fall die Standsicherheit überhaupt nicht mehr gewährleistet ist? Alleine entlang der Harreshäuser Allee hat der Gutachter bei etwa 250 Bäumen 580 notwendige Pflegemaßnahmen notiert, die von Zinkes Kollegen derzeit abgearbeitet werden.

Ein Job, bei der schwindelfrei sein zur Grundvoraussetzung gehört. Während ein Baumpflegearbeiter von der Arbeitsbühne eines Lkw-Hubsteigers aus Äste des Baumes „453“ absägt, kraxelt sein Kollege mit einer Seilklettertechnik durch das Geäst des Baumes, um gleiches zu tun. Sie entfernen Totholz und bringen die Baumkrone gleichmäßig in Form. Ein dritter Arbeiter sichert den Fuß- und Radweg und jagt die herabstürzenden Äste durch den Schredder. „Zehn bis zwölf Bäume schaffen wir am Tag“, berichtet Zinke. Noch bis Mitte März werden sie entlang der Allee tätig sein.

In luftiger Höhe stutzen Mitarbeiter der beauftragten Firma Baumkronen entlang der Harreshäuser Allee. 

Mit zirka 52 000 Euro schlagen alleine die umfangreichen Pflegearbeiten zwischen der Kernstadt und Harreshausen zu Buche. Da es die personellen Kapazitäten nicht hergeben, sei dem Magistrat nichts anderes übrig geblieben, als eine Firma zu beauftragen, hatte Bürgermeister Joachim Knoke unlängst mitgeteilt. Wie es weiter aus dem Rathaus heißt, seien in den vergangenen Jahren „aus personellen und finanziellen Gründen“ bei der Baumpflege meist nur die notwendigsten und dringendsten Arbeiten erledigt worden. Dementsprechend schlecht sei der Zustand etlicher Bäume. Zuletzt war der Feldweg zur Zwitscherklause bei Sickenhofen gesperrt worden, da von den am Wegesrand stehenden Bäumen eine Gefahr für Fußgänger und Radfahrer ausgeht.

Insgesamt rund 2 300 Maßnahmen, die kurz- oder mittelfristig erledigt werden müssen, sind in dem aktuellen Baumgutachten aufgeführt. Entlang einiger Gewässer müssen zum Beispiel auch 60 Bäume gefällt werden, die umzustürzen drohen. Dort arbeitet die Stadt allerdings mit der Wasserverband Gersprenzgebiet zusammen.

Da das Bundesnaturschutzgesetz ab 1. März untersagt, Bäume zu schneiden, werde die Stadt jeweils Ausnahmegenehmigungen beantragen, heißt es auf Nachfrage aus dem Rathaus.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare